Bővebb ismertető
n der Geschichte der deutschen Musikkultur tritt eine Familie hervor, die Generationen hindurch beträchtliche musikalische Produktivität entwickelt hat: die Bache. Ihr größter Sohn war Johann Sebastian. Bevorzugtes Siedlungsgebiet der Bache scheint der thüringische Raum gewesen zu sein, doch finden sich Träger dieses Namens Jahrhunderte hindurch auch in Sachsen, Franken, Süddeutschland, Böhmen, Mähren, Ungarn und Siebenbürgen. Kein anderer als Johann Sebastian Bach ist es gewesen, der 1735 in Leipzig eigenhändig eine umfangreiche Übersicht über die musikalisch tätigen Mitglieder der Familie Bach angelegt und damit auf die ungewöhnliche Tradition hingewiesen hatte. In seinem „Utfprung ber muflcoIifc^=§ßttc^if($en ^atnilte" gab er Mitteilungen über dreiundfünfzig Bache, beginnend bei „SSituS ein äBcifbeciet in Ungern, |at im i6ten Seculo bec tut^erif($cn Sit--ligion Rothen oué Ungern entmeii^en müffen".'
Nicht wenige Bache im Familienstammbaum begegnen uns als Kantoren, Organisten, Stadtpfeifer (Hausmann), Schulmeister, Orgelmacher, Raths-Musicant, Cammer Musi-cus, Componist etc. Häufig waren auch in einem Ort, z. B. in Erfurt, durch Generationen fortlaufend Mitglieder der Familie Bach wirksam. In seinem Musicalischen Lexikon hatte Johann Gottfried Walther, ein Vetter Johann Sebastian Bachs, auf den Zusammenhang zwischen dem Familiennamen und der musikalischen Tätigkeit hingewiesen:
„ ®ie S3ac|ifc^e Familie folt aué Ungern ^etftammen, unb alle, bie biefen SRa^men gefü^ret ^aben, folten fo »iel man roeig, bet SRuftc juget^an geroefen fet)n; roel($eá »ielleic^t ba^er fommt: ba§ fo gar au($ bie äSu^ftaben b'a'c"^' in i^tct ßrbnung melobifi^ Tmb."
Bis in die älteren großen biographischen Bach-Darstellungen hinein hat sich die Deutung erhalten, daß in Thüringen die Musikanten einfach „die Bache" genannt wurden, weil ihrer so viele diesen Familiennamen getragen hätten. Neueste Forschungen aber haben den umgekehrten Sachverhalt freigelegt, demzufolge Bach nicht nur ein fließendes Gewässer bezeichnet. Das Wort „Bach" oder „Bachen" (auch Pach, Fachen) stammt aus der Vulgärsprache des Wandermusikantentums, dessen Verbindungen zum Rotwelsch (Bettler- und Diebessprache) und zur Zigeunersprache reichen. Es bedeutet teils „Groschen", teils „Kinnbart" (des Zigeuners), teils „aufspielen" (musizieren). Die indogermanische Wurzel „bhag" bedeutet „laufen". In thüringisch-fränkischen Dörfern wurden noch um 1900 die Wandermusikanten „Bache" genannt. So scheint der Name Bach auf eine ursprünglich den Trägern dieses Namens gemeinsame berufliche Praxis hinzuweisen."
Die Namenstradition läßt sich wenigstens bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie gewann in der bäuerlich-bürgerlichen Tradition ihre stärkste Ausbreitung und war überaus eng mit den christHch-sozialen Bewegungen, der Reformation, dem Protestantismus und dem deutschen Bauernkrieg verbunden. So findet sich der Name Bach z. B. auch in