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VORWORT
Warum machst du dieses Buch? Freunde haben mir die Frage gestellt, und ich habe sie mir auch selber stellen müssen. Denn ich bin in einem ausgeprägt katholischen Klima aufgewachsen und habe späterhin, in mehr als sieben Jahren als Journalist bei einer katholischen Illustrierten, erst recht begreifen lernen müssen, was »das Milieu« ist. Beide Phasen waren nicht immer von jubelndem Halleluja begleitet.
Zum Papsttum in Rom konnte ich, wie viele Katholiken meiner Generation, nur mit Mühe ein halbwegs vorurteilsfreies Verhältnis entwickeln. Pius XII. hatte ich zur Schulzeit, dank einem unabhängigen Deutschlehrer, in der Berliner »Stellvertreter-Aufführung eingangs der sechziger Jahre als Zerrfigur gesehen; späteres Studium der Literatur über das Dritte Reich hat-, te manches, beileibe nicht alles, zurechtrücken können.
Dann war es der oft attackierte, scheinbar so unnahbare Paul VI., der starke Zweifel hinterließ.
Aber zwischen diesen beiden seltsam fernen Würdenträgern saß Johannes XXIII. auf dem Stuhl Petri, ein Bauernsohn, eine rundum vitale Persönlichkeit voller Menschlichkeit und Humor. Er war mir und vielen nah. Man »mochte« seine direkte, zupackende Art, Probleme anzugehen und - vor allem - Menschen zu umarmen. Er »lag« mir. Es war mir ein unvergeßliches Erlebnis, in seinem Heimatort Sotto il Monte seinem greisen Bruder Zaverio zu begegnen - eines der unbeschwertesten In-fei terviews, die ich je führen durfte. Das bergamaskische Dorf, das ärmliche Elternhaus, die Familie des Dreiundzwanzigsten Johannes strahlten soviel menschlich-allzumenschlicKe Unmittelbarkeit aus, Angelo Roncalli hatte soviel bewegt, daß man fragen durfte: Wird je wieder ein solcher Papst die römische Kir-I che leiten können?
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Dann kam Karol Wojtyla. Zum zweitenmal innerhalb von rund 20 Jahren stand der Kirche eine Persönlichkeit vor, die auf
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