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Hier wurde am 18. Mai 1920 Papst Johannes Paul II. geboren: Das Geburtshaus in Wadowice. Die Wohnung lag im ersten Stock
Johannes Paul II. Der Papst, der aus Polen kam
Wadowice ist in den zwanziger Jahren nicht mehr als eine kleine Provinzstadt, die von den Amtsgeschäften der umliegenden Dörfer lebt. Außerdem vom Wochenmarkt, Jahrmärkten und vom Handwerk. Doch die Kleinstadt hat alles, worauf es ankommt: Schulen, Kirche und Spital, Gericht und Gefängnis. Vor allem aber hat Wadowice eine glänzende Vergangenheit und ein Kind in seinen Mauern, dem eine glänzende Zukunft bevorsteht:
Dieses vielversprechende Kind ist Karol Józef Wojtyla, Sohn des pensionierten Leutnants Karol und seiner Gattin Emilia, geborene Kaczo-rowska. Dieser Karol jun. wurde am 18. Mai 1920 geboren und am 20. Juni 1920 in der Wadowicer Pfarrkirche getauft. Seine Paten sind der Kaufmann Józef Kusniercyk und die Maria Wja-drowska, eine Freundin seiner Mutter.
Karol besucht die Volksschule am Marktplatz, in dem Haus, das alle städtischen Ämter im Erdgeschoß beherbergt. Seine Entwicklung ist vielversprechend, denn schon in dieser vierklassigen Grundschule zählt er zu den Klassenbesten. Meistens ist er sogar der Beste, ohne ein „Streber" oder „Büffter" zu sein. Er ist ein Junge wie alle anderen. Er spielt gerne Fußball und steht im Tor auf dem improvisierten Spielfeld vor der Kirche. Jedoch wenn der Ball zu oft gegen die Kirchenmauern knallt, verjagt der gestrenge Herr Pfarrer die ganze Mannschaft und hält ihnen überdies noch eine gehörige Standpauke wegen der Entweihung der heiligen Mauern des Gotteshauses.
Karol lebt zu dieser Zeit mit seinem Vater, seine Mutter starb, als er gerade neun Jahre alt war, in einer kleinen Zweizimmerwohnung in der Kirchengasse 2, die über eine steile, unbequeme Steintreppe zu erreichen ist. Sein Vater heiratet, entgegen allen Versuchen der lieben Verwandtschaft, nicht zum zweiten Mal. Er kümmert sich aufopfernd um die Erziehung seines Karol, des einzigen Kindes, das ihm geblieben ist. Das Töchterchen ist längst, bald nach der Geburt schon, gestorben, und der ältere Sohn stirbt 1932 an Scharlach. Vater Karol bereitet das Frühstück, kocht das Abendessen, nur mittags essen Vater und Sohn zusammen in der Garküche von Banas, gleich auf der anderen Straßenseite.
Karol besteht die Aufnahmeprüfung für das Knabengymnasium. Und er wird Ministrant. In den Kreis der Ministranten führt ihn Kaplan Figlewicz, sein späterer Seelenftihrer, ein. Und schon nach kurzer Zeit wird Karol zum Präses der Ministranten gekürt. Nicht, daß er sich inzwischen zum Frömmler entwickelt hätte, er dient