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»Es gehörte nämlich dieser Johannes zu jenen Bergen, von welchen geschrieben steht: Empfangen mögen die Berge Frieden für dein Volk.«
Augustinus, Vorträge über das Johannes-Evangelium 1,2.
EINLEITUNG
1. Das vierte und letzte Ev ist anders als seine drei syn Vorgänger. Verläuft bei Mk, Mt, Lk der Weg Jesu von Galiläa nach Jerusalem, so ist der joh Christus bald in Jerusalem, bald in Galiläa anzutreffen. Umfangreiche Überlieferungen erscheinen an Jerusalem gebunden und sind mit bestimmten jüdischen Festen verknüpft (Laubhüttenfest, Pascha). Betrachtet man die Überlieferungen im einzelnen, so ergeben sich zwar Berührungen mit der syn Tradition, aber diese sind überschaubar und von besonderer Qualität. Nehmen wir als Beispiel das Täuferbild. Weder wird Johannes der Täufer als asketischer Bußprediger gezeichnet noch vernimmt man etwas von seiner bedrängenden Gerichtspredigt. Sein Zeugnis ist ausschließlich auf Christus hin ausgerichtet, auf den er hinweist, indem er entschieden von sich wegweist (l""), dem er bis zur Selbstaufopferung unterworfen (3^°), im Vergleich zu dem er nur wie eine brennende Lampe ist (5"). Die anderen Konturen, die der Täufer im JE gewonnen hat, lassen sich nicht damit erklären, daß zusätzliche, die syn Ew ergänzende Informationen geboten werden sollen, sondern allein damit, daß hier ein theologischer Wille am Werk ist. Gelegentlich werden syn Traditionen in ganz andere Zusammenhänge eingebracht wie die Vertreibung der Händler aus dem Tempel, die an den Anfang des Wirkens Jesu gerückt ist (2'^"), oder der reiche Fischzug, der als Ostergeschichte erzählt wird (21'"), ganz abgesehen davon, daß auch diese Perikopen ganz andere Akzente gewonnen haben. Spärlich sind Worte des joh Christus, die sich mit syn Herrenworten vergleichen lassen. Der joh Christus spricht seine eigene Sprache (s.u.). In der zweiten Hälfte des Ev bestehen, aber auch wieder an nicht vielen Stellen, Berührungen
mit Lk (z.B. Maria und Mana ten Christus in Jerusalem [20"'
11'], die Erscheinung des auferweck-], der schon genannte Fischzug). Das Verhältnis des JE zu den Syn ist die Forschung heute so zu bestimmen geneigt, daß Joh keines der syn Ew kannte oder verwendete, wohl aber syn (vorsyn, vorik?) Überlieferungen, die er allerdings dem Konzept seines Werkes einpaßte.
2. Bei aller Verschiedenheit zu den ^Syn muß das JE wie diese gattungsmäßig als Evangelium bezeichnet werden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Begriff Evangelium am Anfang die Verkündigung meinte und daß auch, nachdem Markus die literarische Gattung geschaffen hatte, diese die Verbindung mit der Verkündigung niemals