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John stand in der väterlichen Werkstätte und sah den Gesellen bei ihrer Arbeit zu. Einer von ihnen, Walker hieß er, ritzte eine dünne Goldplatte mit einer langen, spitzen Nadel. Er zeichnete Ornamente auf das Metall, und dann nahm er aus einem Behälter mit warmem Wasser eine zweite, weit feinere Nadel, die er mit größter Geduld, Strich für Strich, immer wieder über die Konturen der Zeichnung führte. „Ist das nicht sehr langweilig?" fragte John. „Ach nein, junger Herr! Nichts ist langweilig, was mit Gold in Zusammenhang steht!" antwortete Walker und fügte leiser hinzu: „Das bloße Berühren von Gold ist erregend."
„O ja!" sagte John schnell. Er wunderte sich darüber, denn dieser Walker hatte nun ausgesprochen, was er selbst schon so oft empfunden hatte. Immer wieder, wenn er in der Werkstatt Gold in der Hand gehalten, hatte er einen so seltsamen Reiz an ihrer Innenfläche verspürt, wohlig war ihm das Gefühl die Hand entlang gekrochen und hatte 6ich bald dem ganzen Körper mitgeteilt.
„Sehen Sie nur diesen schönen Ring, junger Herr!" sagte Walker und wies auf einen Siegelring, der in ein Samtetui gebettet war. John ergriff den Ring, betrachtete ihn lange und sagte leise: „Mein Gott, ist der schwer!"
„Will's meinen, junger Herr! Eine gar noble Kundschaft hat den bestellt. Ein Herzog von Avignon, ein vornehmer französischer Adliger, der erst seit wenigen Wochen bei uns in Edinburgh weilt."
John versuchte den Ring anzustecken, er erwies sich aber als viel zu groß.