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GEDANKEN EINES EINFACHEN SERBISCHEN OCHSEN Es gibt so viele Wunder auf der Welt. Aber unser Land ist, wie viele sagen, an Wundern in solchem Mafie reich, dafí die Wunder schon gar keine Wunder mehr sind. So gibt es bei uns Menschen in höchsten Stellungen, die denken nicht daran zu denken. Zum Ausgleich dafür, oder vielleicht auch aus anderen Gründen, wagte sich ein ganz gewöhnlicher Bauernochse, der sich in niclits von den iibrigen serbischen Ochsen unterschied, an diese ungewohnte Arbeit: Er dachte! Der liebe Gott mag wissen, warum sich dieser geniale Ochse zu einem so kühnen Unternehmen, námlich zum Denken, entschlofí, denn es hat sich bisher gezeigt, dafí man von diesem unglückseligen Handv/erk inSerbien nurSchaden ernten kann. Vielleicht wufite der arme Kerl nicht, dafí sich in seiner Heimat dieses Handwerk nicht rentiert. So wollen wir es nicht seiner besonderen Zivilcourage zuschreiben, wenn es auch rátselhaft bleibt, warum gerade ein Ochse denkt: Ist er doch weder Wáhler noch Gemeinderat, noch Bürgermeister, und es hat ihn auch niemand als Abgeordneten in ein Ochsenparlament gewáhlt, oder gar, wenn er alt genug ist, als Senator. Sollte der Sünder allerdings davon getriiumt habén, in einem Ochsenland Minister zu werden, so müíke er sich im Gegenteil darin üben, so wenig als möglich zu denken, wie dies die besten Minister einiger glücklicher Lánder tun. Nun, auch hierin hat unser Land kein Glück! Aber schliefílich, was soll es uns kümmern, dafí ein