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ERSTES KAPITEL 23crtm padit cin Der Brieftrager Schmielinsky ordnete auf seinem abendlichen Bestellgang im Eingang des Hauses Brixener StraBe 6 mit geübten Fingern seine Post. Ein „Einschreiben" oben an den Maler, zwei Feldpostbriefe an die Dame im dritten Stock, einer davon unheilverkündend amtlich; eine Ansichtskarte für die lustige Köchin bei Zimmermanns, und unter anderer Durchschnittsware fűiden Studenten, Hochparterre rechts, der Gestellungsbefehl. Schmielinsky betrachtete ihn mit stillem HaB. Auchihm, gedientem Mann, blühte, wer weiB wie bald, solch ein Wiseh, da ja die Herren Abgeordneten, die reichen Leute und die kleinen Sparer der Regierung die zweite Kriegsanleihe nur so hingepfeffert hatten. Neuntausendachtzig Millionen Mark - neun Milliárdén! Alle wollten alsó, daB es weiterging. Da lieB sich nichts machen. Der Student hier schien seine Wohnung zweimal gewechselt zu habén. „Der wird sich freuen", murmelte Schmielinsky. „Womöglich muB der morgen früh in der General PappkartonstraBe antreten." (Die General-Pape-Strafie námlich, in der sich die rőten Kasten der Bezirkskommandos erhoben, war vom Berliner Witz so umgetauft worden, weil die Eingezogenen ihre Zivilkleider in Pappkartons nach Hause sandten.) Der junge Mann war daheim, öffnete selbst, hörte von dem Brieftrager die Worte: „Antreten zur Polonaise", empfmg das amtlich gefaltete Papier, schien um einen Schein blasser zu werden, sagte höflich: „Danke sehr" und schloB die Tűr. Man reiBt solche Briefe sofort auf, im notdürftigen Licht der Dielenlampe, mit zitternden Fingern. Eine Pánik wollte in seiner Brust aufílattern, als er sah: morgen früh! Und die Lenore durfte