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Was will dieses Buch?
Es hat eine Zeit gegeben, in der man junge Menschen zwischen 13 und 16 Jahren sexuell »aufklärte«, indem man sie, die Unwissenden, in mehr oder weniger feierlicher Weise, mit mehr oder weniger pädagogischem Geschick in die »Geheimnisse der Sexualität« einführte und sie gleichzeitig vor den damit verbundenen Gefahren und Irrwegen warnte und ihnen feste Richtlinien über das einzig richtige Verhalten gab. Auch ich habe vor bald dreißig Jahren »Aufklärungsbücher« für Jungen und Mädchen geschrieben. Diese Zeiten sind endgültig vorbei.
Junge Leute sind heute nicht mehr unwissend. Meistens haben sie von ihren Eltern, in der Schule oder von Kameraden, in Zeitungen, Illustrierten oder Büchern aller Art sehr viel von sexuellen Dingen gehört und gelesen; indessen fehlt ihnen im allgemeinen der innere Zusammenhang, der rote Faden, der diese verschiedenen Teilinformationen zu einem Ganzen verbindet. Sie kennen die Begriffe »Geschlechtstrieb«, »Sex«, »Eros« und »Geschlechtsverkehr«; sie haben die Worte »Onanie«, »Homosexualität«, »Perversion« und »Sexualverbrecher« gelesen und von »Liebeskunst«, »erotischer Technik« und »Lustkurven« gehört. Aber was kann man mit all diesen schönen Begriffen anfangen, solange sie wie Schachfiguren auf dem Tisch liegen und man die Regeln des Schachspieles nicht kennt? In diesem Buch woUen wir versuchen, den roten Faden zu finden, die Spielregeln kermenzulernen, die den verschiedenen Schachfiguren ihren Sinn geben und die Spieler befähigen, damit eine spannende Partie zu spielen. Wir müssen uns dazu einige biologische Tatsachen in Erinnerung rufen, um dann von dieser Basis aus die spezifisch menschliche Sexualität betrachten zu können.
Sexualität ist ja nicht eine Eigenschaft, die wir hohen, über die wir verfügen oder die wir auch ablegen können; sondern wir alle sind, ob
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