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Vorwort und Einleitung
Mit der Niederschrift meiner Erinnerungen habe ich bereits in den Umsturztagen begonnen. Bis dahin hatten sich die politischen, von Haß und Mißgunst gegen die Habsburgermonarchie, gegen den Kaiser und gegen die letzten Träger altösterreichischer Gesinnung durchtränkten Leidenschaften nur vereinzelt an die Oberfläche gewagt. Doch als die Schrauben locker wurden, brachen sie hemmungslos aus den verstecktesten Winkeln hervor wie böse Kobolde und breiteten ein häßliches Gewebe aus Lüge und Verleumdung über die historische Wahrheit. Ich erkannte schaudernd, daß die Geschichte der letzten Jahre des Bestandes unserer alten Monarchie teils aus tendenziösen Motiven von ernsten Politikern, teils in Ausnützung einer Hochkonjunktur in Sensationen von unverantwortlichen Geschichtenträgern bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurde. Da fing ich an, all jenen Zerrbildern, denen ich in der Presse und in der Literatur der Nachkriegszeit begegnete, an der Hand meiner Aufzeichnungen und Erinnerungen zunächst in zusammenhanglosen Einzeldarstellungen den wahren Sachverhalt entgegenzustellen. Doch sehr bald zeigte sich, daß eine Aufklärung der Öffentlichkeit nur dann von Wert sein könne, wenn die Dinge in ihrem Zusammenhang und in ihrer notwendigen Entwicklung aus gegebenen Verhältnissen dargestellt würden. So ist dieses Buch entstanden. Ich übergebe es der Öffentlichkeit als einen Versuch, den Zusammenbruch der Monarchie pragmatisch darzustellen. Zugleich ist die vorliegende Arbeit der Versuch einer historischen Schilderung der Regierung des Kaisers und Königs Karl, wie ich sie als ehemaliger Kabinettsdirektor des Monarchen erlebte.