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Kaiser Kari IV. und das Erzstift SalzburgZur Besetzung des erzbischöflichen Stuhles im Jahre 1365 Von ALFRÉD A. STRNADZwei Jahrzehnte lang hatten um die Mitte des 14. Jahrhunderts drei Brüder aus dem an Maciit und Anseken reichen Kárntner Ministerialen-geschlechte der Herren von Weifieneck1 die Leitung der öster-reichischen Kirche inne. Mit der am 3. Juni 1342 erfolgten Wahl Gott-frieds, eines Sohnes Friedrichs von WeiíJeneck, zum Nachfolger Herzog Albrechts von Sachsen-Wittenberg war es der aufstrebenden Adels-familie gelungen, im österreichisdien Landesbistum" P a s s a u Fufi zu fassen2; bereits ein Jahr darauf konnte Gottfrieds Brúder, Ortolf, in Salzburg durch eine per scrutinium erfolgte Wahl den erzbischöflichen Stuhl besteigen, mit dem er dann auch trotz papstlicher Reser-vation dank seiner guten Beziehungen zur Avignonesischen Kurie schon am 29. Október 1343 von Papst Klemens VI. providiert wurde 3. Der1Naheres über diese Familie bei Anton W e i fi , Kárnthens Adel bis zum Jahre 1300 (Wien 1869) 257; Moritz Maria von Weittenhiller, Der Salz-burgische Adel (in J. Siebmachers grofiem und allgemeinem Wappenbudi IV/6, 1883) 73; Josef von Z a h n - Alfréd Anthony von Siegenfeld, Steier-márkisches Wappenbuch des Zadiarias Bartsch 1567 (Faksimile-Ausgabe mit historischen und heraldischen Angaben, 1893) 154 f.2Herzog Albrecht von Sachsen-Wittenberg war am 19. Mai 1342, wie die überwiegende Mehrheit der Nekrologien angibt, verstorben (vgl. Alfréd A. S t r n a d , Das Bistum Passau in der Kirchenpolitik König Friedrichs des Schönen 13131320, Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs 8, 1964, 220). Am Tage der Neuwahl wurde vom Passauer Kapitel zum ersten Mai eine Wahlkapitulation aufgestellt, die dann über ein Jahrhundert lang (1342 bis 1451) in Geltung blieb und von jedem erwahlten Bischof bestatigt werden mufite (abgedruckt in Monumenta Boica XXX1/2, Monadiii 1834, 172 ss. n. CCCXXII; vgl. dazu Josef Oswald, Das alte Passauer Domkapitel, Mündie-ner Studien zur Historischen Theologie 10, 1933, 105 f.).3Die Provisionsurkunde bei Alois Lang, Acta Salzburgo-Aquilejensia IIí (1901) 246 n. 295; zur Wahl und ihrer Kassation durch den Papst vgl. Alfréd von Wretschko, Zur Frage der Besetzung des erzbisdiöflichen Stuhles in Salzburg (Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 47, 1907) 203 f. und 278. Über die Person des Elekten siehe Hans Wagner Herbert Klein, Salzburgs Domlierren von 1300 bis 1514 (ebd. 92, 1952) 77 n. 158;