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VORWORT
Leider stellt die Eindeudglceit der Urteile über die Katholische Kirche im Dritten Reich in keinem Verhältnis zum zeitgeschichtlichen Befund; denn viele Dokumente warten noch darauf, kritisch ediert beziehungsweise von der Wissenschaft in die bisherigen Forschungsergebnisse eingeordnet zu werden.
Innerhalb des Widerstands im Dritten Reich wurde P. Provinzial Augustin Rösch bisher immer im Zusammenhang mit dem Kreisauer Kreis genannt. Welche Rolle er in der Auseinandersetzung zwischen den kathoHschen Orden und den Nazis (im Ausschuß für Ordensangelegenheiten) spiehe, wie er sich tagtäglich für seine eigene Ordensprovinz engagierte, wie er in einem totalitären Staat — jenseits von Freiheit und Würde — die Nöte der Mitmenschen realisierte, wie sein eigenes Leben in den Gefängnissen der Gestapo verlief, ist weithin unbekannt. Deshalb bringen die (im wesentlichen) von ihm verantworteten Texte in manche bislang dunkle Probleme dieser Epoche neues Licht.
Dabei handelt es sich sowohl um seine Mitarbeit im Kreisauer Kreis wie um seine Mitverantwortung im »Ausschuß für Ordensangelegenheiten«, der ab August 1941 ein Zentrum der Information und Kommunikation in der katholischen Kirche, ein Motor eines engagierten Kampfes gegen die nationalsozialistische Kirchenpolitik, ein Kreis unbequemer Mahner für die deutschen Bischöfe war. Die Verdienste dieses Ausschusses sollen nicht allein P. Rösch zugeschrieben werden. Im Gegenteil soll vielmehr diese Gelegenheit benutzt werden, Namen wie Laurentius Siemer OP, Odilo Braun OP, Lothar König SJ, Dr. Georg Anger-maier den allzu vergeßlichen Zeitgenossen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Die Texte wurden in den Jahren zwi-
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