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«WIR SIND NOCH EINMAL DAVONGEKOMMEN»
Vorwort
«Wir sind noch einmal davongekommen», müssen sich die Überlebenden des zweiten Wehkrieges sagen, wie Thomton Wilder, der dieses Wort zum Motto eines Dramas gemacht hat. Sie alle werden das Bewußtsein haben, daß das moderne Leben selbst nachgerade zur Utopie wird, wenn wir uns nicht anschicken, die Zukunft mutig auf Wegen zu suchen, die bisher vielleicht als Utopien verschrien wurden. Denn das ist kein Leben mehr, wenn Millionenstädte mit allen erreichbaren Mitteln der Technik eingestampft und «ausradiert», wenn Produktionsstätten systematisch aus Quellen eines möglichen Massenwohlstandes in Quellen der Massenvernichtung umgewandelt werden und schließlich selbst der Vernichtung anheimfallen. Es ist kein Leben mehr, wenn Menschen als Angehörige gewisser Nationen, Konfessionen oder Parteien massenhaft ausgerottet, wenn allein in Europa — nach einer Enquete des Internationalen Arbeitsamtes — vierzig Millionen von ihren Heimstätten vertrieben, deportiert, «ausgesiedelt» sind, ganz abgesehen von weiteren ungezählten Millionen Obdachloser, vielleicht «Ausgebombter». Die Ereignisse des ersten Weltkrieges, der Zwischenkriegszeit und des zweiten Weltkrieges haben uns als weltgeschichtliches Weltgericht ihr Urteil über untaugliche, vielfach durch grundlegende Veränderung der Lebensbedingungen zur Untaug-lichkeit verdammte Methoden menschlichen Lebens und Zusammenlebens und über solchen Methoden zugrundeliegende Gesinnungen verkündet.
Nicht minder können wir uns aber auf das Urteil der Geschichte berufen, wenn in diesem Buche auf ein brauchbares Gemeinschaftsprinzip hingewiesen wird. Die Schweiz als historische Tatsache ist das stärkste Argument für die hier vorgeschlagene Lösung. Wenn wir feststellen, daß die Schweiz nach ihrer Façon , bereits zu 650jährigem Leben gelangt ist, während Europa nach seiner ganz anderen Façon den Weg des Lebens nicht gefunden hat, ist das die Gegenüberstellung von zwei historischen Entscheiden