Bővebb ismertető
Kandinsky ist-zusammen mit Boccioni, Balla, Ma-levic, Mondrian, Picasso, Matisse, Klee, Duchamp, Tatlin und De Chirico-eine der künstlerischen Schlüsselfiguren der letzten sechzig Jahre. Diese Persönlichkeiten haben in der Zeit von 1910 bis 1920, gestützt auf die Ideen von Gauguin, Redon, Seurat und Cézanne, den Ausdruck der bildenden Kunst revolutionär erneuert. Die Revolution nahm ihren Anfang mit dem Bewußtwerden der Trennung von ästhetischer und ikonographischer Bedeutung eines Kunstwerkes. Eines der ersten Symptome läßt sich in dem berühmten Ausspruch von Maurice Denis erkennen: >0b ein Bild ein Pferd in der Schlacht, eine nackte Frau oder irgendeine beliebige Geschichte darstellt-das Wesentliche ist zunächst, daß es eine Fläche ist, die mit verschiedenen zusammenpassenden Farben und einer bestimmten Ordnung der Form versehen ist.< Neu war auch die Entdeckung, daß die ästhetische Wirkung an sich eine unsichere Sache ist; ihre Bedeutung für das Kunstwerk ist nicht greifbar, sie ist die Folge, nicht der Ursprung
von etwas, die Art ihrer Verlockung ist kaum definierbar, wenn überhaupt, dann nur durch eine begrenzte Lokalisation durch unsere Sinne oder durch die oft willkürliche Festlegung der historischen Schichtenbildung, die sich um uns herum angesammelt hat. Man kann also die ästhetische Wirkung allenfalls durch die direkte künstlerische Erfahrung und in engster Verbindung mit der Kunst lokalisieren. Typisch für die Kunst der ersten zwei Jahrzehnte dieses Jahrhunderts waren die heftige Ablehnung der klassischen Ideale, historisch-mor-phologische Analysen, Experimente mit anti-ästhe-tischem Material, Untersuchungen über die verschiedenen Arten der Wahrnehmung und die oftmals übertriebene Unterdrückung der ästhetischen Erwartung.
Die spekulative und experimentierfreudige Haltung veränderte sich in der zweiten Hälfte der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Dann jedoch lebte sie, wie nach einer notwendigen Ruhepause und einem neuen Kraftschöpfen, in noch extremerer Weise wieder auf in der gegenstandslosen Kunst