Bővebb ismertető
Zu den Begriffen, die wir táglich mit absoluter Selbstverstándlichkeit gebrauchen, gehört ohne Zweifel der Begriff Marxismus. Seit bald hundertfünfundzwanzig Jahren bestimmt er in zunehmendem MaBe Politik und Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft bis in unsere Sprache und in unser persönliches Verhalten hinein: als Weltanschauung, als Schlagwort, in der Theorie und in der Praxis. Wenn man in der Regei auch weifí, daB dieser Begriff irgendwie mit der von Kari Marx begründeten Tradition zusammenhángt, ist doch eine groBe Frage, ob wir - als Anhánger oder Gegner dieser neuzeitlichen Religion - Marx, Marxismus, marxistische Theorie und Praxis richtig verstehen und interpretieren. Dafür dürfte die vor allém mit der Studentenbewegung der letzten Jahre verbundene Renaissance des Marxismus insofern das beste Anschauungsmaterial bieten, als diese im Grundé nur dazu bestimmt war, pseudowissenschaftliche Argumente für mehr als durchsichtige politische Ziele zu liefern. Jedenfalls schien es der Ringvorlesungskommission der Universitát Zürich an der Zeit, in einer im Sommersemester 1973 durchgeführten Vorlesungsreihe mit dem Titel Marxismus und Wissenschaften einmal etwas Klarheit zu gewinnen. Dabei ging es ihr darum, einerseits sowohl das grundsátzliche Verháltnis des Marxismus - beziehungsweise der heute zum Teil sich hart bekámpfenden Marxismen, die sich jedoch alle von Kari Marx ableiten - zur Wissenschaft überhaupt wie auch zu einzelnen Wissenschaften und Disziplinen (Theologie, Jurisprudenz, Medizin, Philosophie, Geschichte, Volkskunde, Naturwissenschaften und Volks-