Bővebb ismertető
SEHEN
für Károly Klimó
Es gibt keine gegenstandslose Maierei. Es wáre die weiBe Fláche. Jede Linie ist Gegenstand. Der Tag und das Licht, leibhaft und irdisch, sind die Gebilde unserer Augen, nur Traum, nur der Augenblick einer vorüberwandelnden und flüchtigen Welt.
Was die Kunst vergállt, ist die Bedeutung. Was bedeutet eine Blume? Die wahre Kunst will nichts darstellen, erlebtes Geheimnis. Eine Seele wurde zum Brennpunkt.
lm einfachsten ist die Kunst dasselbe wie das Leben -sie ist Ausdruck und Zusammenhang. Aus beiden wird die lebende Welle, das Schwingen der Weltenseele.
Das Sehen als Kunst. BewuBt Sehen - ein Zustand der Liebe. Die Liebe entwickelt unsere Seele wie einen Film.
Sehen - das heiBt zuerst: ich werde gefesselt, ergriffen. Denn - im Betrachten werde ich überhaupt erst frei. Und -ich bin entsprungen, ich stehe auf, schwebe über einem Gipfel. Ich über-schaue Meine Augen reiBen mich hin. Der Zaubernde wird nicht Verzaubert, ich werde selbst mein Gesicht und mit dem Angeschauten zu Ewigkeit
Meine Augen suchen die Welt. Man hat Blick nur für das, was man noch nicht kennt.
Ein Bild betrachtend, befindet sich unsere Seele in zwei Gegenwarten zugleich. Darum sind Augen und Ohren doppelt. Sehen heiBt Gestalten. Die Natúr ist die schönste Aussicht, die wir von der Erde habén. Alles Denken ist Einbilden oder Erinnern, ist Phantasie.
Alles, was ich erblicke, ist in mir.
Wer sehen darf, der wird immer wieder von neuem mit Blindheit geschlagen.
Die Dinge altern an unseren Augen und werden zu vernünftig und altklug. Wer immer aufrecht bleibt, dessen Auge konstatiert nur und kennt nur Hángeböden, Gerüste, Kulissen, aber die Welt ist nicht Bühne, sie ist Abgrund, Vulkán, allerhöchste Gefahr. Man muB es lernen, auch im Aufrechtstehen die Landschaft bewegt sehen und ineinander wogend, wie einem Sternennebel entrissen, eine Linse des Weltraums, eine Welle im Weltenstrom
Wenn ich liege, sehe ich alles fallen.
Axel Matthes