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Harri Nündel - Käthe Kollwitz [antikvár]
 
„Jede Gabe ist eine Aufgabe" Käthe Kollwitz sprach nicht gern über Persönliches: Was an ihrem Leben wichtig sei, das sei ihre Arbeit. „Und ihre Werke folgen ihnen nach" zitierte sie gern, wenn die Rede auf derlei Dinge kam. Auch daß sie nicht gut genug schriebe, gab sie dann zu bedenken. - So sind wir ohne einen geschlossenen Bericht ihres Lebens aus eigener Feder geblieben. Es sind die Prinzipien des Großeltern- und des Elternhauses, die aus diesem Verhalten sprechen: Wohl die Pflichten wichtig zu nehmen, die dem Menschen aus der...
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„Jede Gabe ist eine Aufgabe" Käthe Kollwitz sprach nicht gern über Persönliches: Was an ihrem Leben wichtig sei, das sei ihre Arbeit. „Und ihre Werke folgen ihnen nach" zitierte sie gern, wenn die Rede auf derlei Dinge kam. Auch daß sie nicht gut genug schriebe, gab sie dann zu bedenken. - So sind wir ohne einen geschlossenen Bericht ihres Lebens aus eigener Feder geblieben. Es sind die Prinzipien des Großeltern- und des Elternhauses, die aus diesem Verhalten sprechen: Wohl die Pflichten wichtig zu nehmen, die dem Menschen aus der Forderung des Tages erwachsen, nicht aber die eigene Person. „Jede Gabe ist eine Aufgabe" war das Lieblingswort ihres Großvaters Julius Rupp, und auf seinem Grabstein stand geschrieben: „Der Mensch ist nicht dazu da, glücklich zu sein, sondern daß er seine Pflicht erfülle". Trotz der Problematik dieses Pflichtbegriffes liegen für die Größe ihrer Persönlichkeit und ihrer Kunst hier wichtige Wurzeln. Stets hat sie die Aufgabe, als die sie ihr Leben und ihr künstlerisches Vermögen betrachtete, über das Recht auf persönliches Glück gestellt. Sie hat, wohl um einen Wunsch anderer zu erfüllen, zweimal über ihr Leben etwas niedergeschrieben. Aber sie beschränkt sich dabei hauptsächlich auf ihre Kindheit und Jugend und auf die Jahre ihrer Ausbildung, - die Zeit ihres Lebens, die ihr erlaubte, der günstigen Voraussetzungen dankbar zu gedenken, die Elternhaus und Erziehung für spätere Erfolge boten. Sie hat sich dabei bemüht, einen sachlichen, objektiven Bericht zu geben. Näher heran an das Wesentliche ihres Lebens führen ihre Tagebücher, denen sie ab 1909 die Nöte und Freuden ihres an Kämpfen reichen Daseins anvertraute, sowie die Briefe. Am 8. Juli 1867 wurde Käthe Kollwitz in Königsberg (Kaliningrad) geboren. Ihre Eltern waren der Maurermeister Karl Schmidt und seine Frau Katharina, die älteste Tochter jenes Julius Rupp. Käthe wuchs im Kreise von drei Geschwistern auf; Konrad und Julie waren älter, Lise, mit der sie zeit ihres Lebens am engsten verbunden war, war jünger als sie. Drei andere Geschwister sind nicht am Leben geblieben. Die Familie bewohnte damals ein geräumiges Haus am Alten

Termékadatok

Cím: Käthe Kollwitz [antikvár]
Szerző: Harri Nündel
Kiadó: VEB Bibliographisches Institut
Kötés: Félvászon
Méret: 120 mm x 190 mm
Harri Nündel művei
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