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Gisold Lammel Angelika Kauffmann
«Sie hat ein unglaubliches und als Weib wirklich ungeheures Talent», schrieb Johann Wolfgang Goethe in seiner «Italienischen Reise» über die Schweizer Malerin und Grafikerin Angelika Kauffmann, die zu den gefragtesten Künstlern ihrer Zeit gehörte. Ihr Ansehen als Bildnis- und Historienmalerin war hoch: Sie war Mitglied der Londoner Royal Academy sowie der Akademien von Rom, Bologna, Florenz und Venedig, und in ihrem Atelier suchten sie zahlreiche Fürsten, bedeutende Gelehrte und hervorragende Künstler auf.
Angelika Kauffmann stand nicht, wie die meisten führenden bildenden Künstler im 18. Jahrhundert, in höfischem Dienst, sondern sie schuf mit erstaunlicher Produktivität Werke für eine internationale, gebildete und finanzkräftige Käuferschicht, zu der namhafte Fürsten Europas sowie Angehörige der Aristokratie, aber auch Exponenten des Bürgertums und der Intelligenz zählten. Sie arbeitete vornehmlich in London und Rom, da dort günstige Bedingungen für ihre freischaffende Tätigkeit bestanden.
Angelika Kauffmann begann ihre künstlerische Laufbahn frühzeitig. Bereits als Wunderkind fertigte sie Bildnisse an, die Anklang fanden. Zudem besaß sie eine ausgeprägte Doppelbegabung: Lange Zeit wußte sie nicht, ob sie sich für die bildende Kunst oder die Musik entscheiden sollte. Der weltbekannte Archäologe und Kunstwissenschaftler Johann Joachim Winckelmann berichtete über die Künstlerin 1764 aus Rom: Sie «singet um die Wette mit unsern besten Virtuosen».
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