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VorwortDie Wirtschaftspolitik der letzten Jahre versucht, auf die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft eine Antwort zu geben. Der Standortwettbewerb wurde ausgerufen. Standortpolitik wurde zum Modewort des letzten Jahrzehnts. Der deutsche Standort sei nicht mehr wettbewerbsfähig, sagten die Vertreter der Wirtschaft. Wir hätten die Entwicklung verschlafen und müßten große Anstrengungen unternehmen, um wieder Anschluß an die Weltwirtschaft zu finden. Nun sind wir es gewohnt, daß die Wirtschaft über zu geringe Gewinne klagt. Aber es...
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VorwortDie Wirtschaftspolitik der letzten Jahre versucht, auf die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft eine Antwort zu geben. Der Standortwettbewerb wurde ausgerufen. Standortpolitik wurde zum Modewort des letzten Jahrzehnts. Der deutsche Standort sei nicht mehr wettbewerbsfähig, sagten die Vertreter der Wirtschaft. Wir hätten die Entwicklung verschlafen und müßten große Anstrengungen unternehmen, um wieder Anschluß an die Weltwirtschaft zu finden. Nun sind wir es gewohnt, daß die Wirtschaft über zu geringe Gewinne klagt. Aber es ist dennoch bemerkenswert, daß es denjenigen, die die Standortdebatte über Jahre bestimmt haben, gelungen ist, den Deutschen einzureden, daß der Standort Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Dabei sagen die Zahlen das Gegenteil: Deutschland ist unter den großen Industrieländern pro Kopf gerechnet die exportstärkste Nation der Welt. Hohe und zuletzt wieder rasch steigende Handelsbilanzüberschüsse bereiteten unseren Partnern Schwierigkeiten. Das galt und gilt besonders für unsere europäischen Nachbarn. Die internationalen Finanzmärkte bewerten die DM immer höher. Man kann den internationalen Finanzmärkten vieles unterstellen, aber in keinem Fall, daß sie die Währung eines schlechten Standortes permanent aufwerten.Dennoch konnte jahrelang kein Festredner einen wirtschaftspolitischen Vortrag halten, ohne die Gefahren der Globalisierung zu beschwören und ohne die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland zu beklagen. Mittlerweile hat die Regierung Kohl erkannt, daß dieses Gerede, das sie lange Zeit selbst unterstützt hat, zu einem Selbsttor geworden ist. Bundesforschungsminister Rüttgers beispielsweise, man reibt sich die Augen, kommt im Januar '98 zu dem Schluß, daß Deutschland europaweit der beste Standort für Biotechnologie sei. Auch die Anhänger der Bonner Koalition in der deutschen Wirtschaft haben sich zum Ziel gesetzt, im Wahljahr '98 anders zu reden. So stellt Siemens-Chef Dr. Heinrich von Pierer ebenfalls im Januar '98 fest: Wir sind wieder wett-

Termékadatok

Cím: Keine Angst vor der Globalisierung [antikvár]
Szerző: Christa Müller Oskar Lafontaine
Kiadó: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger GmbH
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 3801202658
Méret: 140 mm x 210 mm
Christa Müller művei
Oskar Lafontaine művei
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