Bővebb ismertető
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Schlagartig erinnerte er sich, daß er als Junge manchmal von einem Tag wie dem heutigen geträumt hatte. Aber jetzt war alles anders.
Die Blitzlichter der Fotoreporter blendeten ihn unerträglich. Nur schemenhaft nahm er das Rednerpult wahr, obwohl er keine drei Schritte davon entfernt stand.
Unten im Saal saßen ein paar Hundert geladene Gäste. Trotz der Vormittagsstunde waren sie festlich gekleidet. Ihnen erschien er, wie sie ihn seit jeher kannten, selbstsicher, Mittelpunkt und ruhender Pol auch in ungewohnten Situationen.
Nur er allein war sich im klaren, wie kraftlos seine Arme an ihm hingen, wie unbeteiligt er das Geschehen über sich ergehen ließ. Vor wenigen Monaten hatte er in Stockholm den Nobelpreis für Medizin erhalten. Heute nun wurde er hier, in seiner Stadt, dafür geehrt. Noch nie war er für Lob empfänglich gewesen. Die Hymnen aber, die ihm heute dargebracht wurden, verursachten ihm Unbehagen.
Er wußte, daß die Versammlung jetzt von ihm mehr als nur einige Worte des Dankes erwartete. Doch er war entschlossen, keine ausführliche Rede zu halten. Er haßte Reden. Er trat ans Pult, beugte sich zum Mikrofon vor und sagte in die Stille hinein: »Ich danke Ihnen für die Anerkennung, die Sie meiner Tätigkeit entgegenbringen. Ich teile sie mit meinen Mitarbeitern.«
Mehr zu sagen, war er nicht gewillt. Er trat vom Pult zurück, verließ das Podium über die wenigen Stufen und setzte sich wieder auf seinen Platz in der ersten Reihe.
Teilnahmslos hob er den Blick zur schweren goldgetäfelten Decke aus der Zeit der Renaissance, und hinüber zu den überlebensgroßen, von breiten goldenen Bahnen umrahmten Gemälden, die erhabene Männer zeigten, Könige, Priester und Gelehrte aus dem 14. Jahrhundert.
Durch die Reihen ging ein enttäuschtes Raunen. Helen, seine Frau, die neben ihm saß, neigte sich zu ihm, drückte leicht seine Hand und sagte leise: »Paul, das kannst du nicht machen! Das faßt man als Provokation auf. Bitte, Paul!«
Er sah unbeweglich geradeaus und schwieg.
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