Bővebb ismertető
Ach, prahh doch nicht so mit eurer Großstadt! Es ist gar nidit so einfach, in einer kleinen Stadt geboren zu werden, sag' ich euch! 's ist sogar ein ganz schwieriges Stück! Bhtzsauber und blank muß schon erstens mal das Haus von oben bis imten sein, in dem du geboren wirst, am besten ist's aber, es unterscheidet sich nicht zu viel von den anderen, wenigstens äußerlich, innerlidi muß es geradezu mustergültig gehalten sein, und trotzdem wird dein Nachbar seins noch um mindestens für einen Taler und acht Groschen praktischer eingerichtet halten.Und dann, wie vorsichtig mußt du in der Kleinstadt in der Wahl deiner Eltern sein! Am besten finde ich noch Rittergutsbesitzer oder Wasdifrau". Der Rittergutsbe= sitzer wohnt zwar nicht in, aber dicht bei einer kleinen Stadt, und das ist eben gerade das Schöne. Sie können ihm nidit so in die Fenster sehen, die Kleinstadtleutchen, und wenn sie zu ihm herauskommen, dann hat er ge= rade erst große Wäsche gehabt, hat reine Gardinen auf= gesteckt, und sich selbst von Kopf bis zu Fuß rein an= angezogen. Da ist dann nichts zu wollen. Er darf audi mehrere Kinder besitzen, denn man weiß ja, auf einem Rittergute wird man von alleine" groß, da wächst einem ja alles in den Hals", ach so'n Rittergutsbe= sitzer hat's gut! Hagelschlag und Viehsterben gelten nur so als kleine Abwechslungen, extra vom lieben Gott geschickt, damit die Bäume nicht in den Himmel wadi= sen. Sonnabends kommt der Herr in die Stadt und trinkt im Hotel zur Thüringer Edeltanne" (um Gotteswillen nicht in der Traube" absteigen!) zwei Flaschen Rot=wein, eine 1895 Margaux allein, und eine 1886 Latour mit dem Doktor, dem er bei der Gelegenheit gleich ein paar Ratschläge abhören kann, ohne Rechnung zu be= kommen. Oft setzt sich auch noch der Rechtsanwalt, der Apotheker, der Amtsrichter, der Postdirektor, der Ma= jor und der Herr" Rentier Schulze dazu, dann müssen noch mehr 1886er her, jedenfalls aber sitzt der Herr Rittergutsbesitzer nadiher noch allein bei einer stillen Pommery und Greno, setzt dann einen Calmus=Bittem drauf und läßt sich herauf" leuchten.Wünsche wohl zu ruhen, Herr Baron!"Ach, er hat's gut!Oder eine Waschfrau!Eine Waschfrau darf eine Menge Kinder haben, die Beneidenswerte, ohne daß darüber gesprodien wird. Unsere Waschfrau hatte vierzehn, und sie waren alle gesimd, hatten knallrote Backen, an denen nodi am Abend das Möhrenmus klebte, das sie am Morgen ge= gessen, durften im Rinnstein liegen, um Pfermige, Mur= mein und Nägel herauszusuchen, und brauchten nie Lebertran und Wurmpulver einzunehmen. Und dann die herrlichen Kleinstadtwochensuppen! Die kennt man ja kaum bei euch! Die ganze Nadibarschaft, alle Freunde, Verwandte und Bekannte schicken Suppe, Braten, Ein= gemachtes, Pudding und Wein in das Haus der Wöch= nerin, der Mann und die Kinder laben sich, die Kranke löffelt ihr Hafersüppchen, und freut sich über den Ap= petit der lieben Ihrigen, aber von dem Geflügel und dem Pudding bekommt sie auch ihr Teil, das schad't ihr nischt, nur Rindsbraten macht Fieber", sagt die Schrö= dem". Als unsere Waschfrau das Vierzehnte" bekam, und mein Muttchen ihr mit dem Finger drohte, meinte die Frau: Sähn Se, Frau überseht, diesmal sin Sie dran