Bővebb ismertető
Vorwort
Seit es gelungen ist, radioaktive Nuklide auf künstlichem Wege herzustellen, hat sich — nach Schaffung empfindlicher Methoden zum Messen energiereicher Strahlen — die Kerntechnik rasch entwickelt und ist in zahlreiche Gebiete der Wissenschaft und der Technik eingedrungen. Auch im Bauwesen muß dieses Neuland betreten werden, sind doch zuverlässige, exakte Meßmethoden, wie sie sich mit Hilfe radioaktiver Präparate erreichen lassen, für weitgehende Mechanisierung und Automatisierung in der Bauindustrie eine wichtige Voraussetzung. Auch bei der Errichtung von Kernreaktoren, kerntechnischen Forschungsinstituten und Speziallabors mit umfangreichen Strahlenschutzanlagen erwachsen dem Bauingenieur zahlreiche neue Aufgaben. Dabei werden an die Bauausführung und an die Baustoffe Forderungen gestellt, für die noch wenig Erfahrungen vorliegen.
Das vorliegende Buch entstand in Zusammenhang mit Forschungsarbeiten sowie Vorlesungen und Lehrgängen, die vor Studenten bzw. Fachleuten des Bauwesens gehalten wurden. Es beschreibt die in Bauforschung und Baupraxis vorgeschlagenen bzw. erprobten Methoden zur Anwendung radioaktiver Präparate und gibt dem Baufachmann die Möglichkeit, sich mit den Fragen der Kerntechnik vertraut zu machen.
Da der Einsatz radioaktiver Nuklide in Forschung und Praxis nur erfolgreich sein kann, wenn die Grundlagen der Kernphysik bekannt sind, werden diese in den ersten drei Abschnitten — auf den Baufachmann zugeschnitten — behandelt. Die übrigen Abschnitte befassen sich mit dem Strahlenschutz, der Anwendung geschlossener und offener radioaktiver Präparate sowie dem Einsatz von Neutronenquellen bei Feuchtigkeitsmessungen.
Durch neue und exakte kernphysikalische Meßverfahren wird die Arbeit auf der Baustelle erleichtert und die Arbeitsproduktivität gesteigert. Die mit dem Einsatz radioaktiver Präparate verbundenen Prüfverfahren ermöglichen es, den ständig steigenden Qualitätsforderungen an den Baustoff Beton in einer Reihe von Fällen gerecht zu werden. Die Anwendung der Kerntechnik im Bauwesen dient somit dem technischen und dem sozialen Fortschritt.
An dieser Stelle sei Herrn Dr. rer. nat. H. Kästner für seine wertvollen methodischen Hinweise und Ratschläge sowie für die kritische Durchsicht des Manuskriptes gedankt.
Leipzig, im August 1963
E. Pohl