Bővebb ismertető
Als sich Posa aus dem Geschlechte Miskolcz den zweiten Tag am königlichen Hof aufhielt, kam ihm der Gedanke, da^ diese für ihn neue Welt nicht ganz so aussah, wie er sie sich zu Hause vorgestellt, ja nicht einmal so, wie seine Eltern sie geschildert hatten. Freilich waren Posas Eltern nie in der Residenzstadt Fehérvár oder gar in der königlichen Residenz von Buda oder Csepel gewesen, aber ihre hochangesehene Verwandtschaft sa^ seit Menschengedenken in den wichtigsten Würden, und so stand die ganze Familie jederzeit in Verbindung mit den Angelegenheiten bei Hofe.Das Geschlecht der Miskolcz stammte in gerader Linie von dem Eroberer Bors ab. So mancher Zweig der Familie zählte zu den Reichsten des Landes, und ihr Ansehen und selbst ein Teil ihres Vermögens kam auch den Miskolcz zugute, die zu Hause auf dem Stammgut im Gebiet des Avasberges lebten. Soviel war sicher, wenn ein junger Ritter aus dem Geschlecht der Miskolcz am königlichen Hof erschien, brauchte er kaum einen Finger krumm zu machen, und doch eröffnete sich ihm mit Sicherheit eine aussichtsreiche Laufbahn. Der Wunsch von Posas Vater -Herrn Nána aus dem Geschlechte der Miskolcz - war immer gewesen, wenn unter seinen zahlreichen Kindern nun einmal nur ein einziger Knabe wäre, so sollte dieser das Gut aufgeben. Das konnten auch die aus der Nachbarschaft eingeheirateten Schwiegersöhne und Schwäger fortführen. Der Vater wollte an seinem Sohne erleben, was ihm nicht möglich gewesen war, weil er in der Generation vorher der Jüngste gewesen war, der zu HauseNach langer, abenteuerlicher Reise erreichte Posa aus dem Geschlecht der Miskolcz an einem Frühlingstage die Grenze Ungarns. Noch im Vorjahr war er in Paris aufgebrochen. Seinerzeit, fast vor anderthalb Jahrzehnten, hatte er den Weg nach Paris viel schneller zurückgelegt; doch damals war er ein unbekannter junger Mann, der sich 2u Pferd in Begleitung eines einzigen Dieners in die unbekannte Welt aufgemacht hatte. Damals kümmerte es ihn nicht, wenn Regengüsse die Wege aufgeweicht hatten oder Wegelagerer am Waldrand auftauchten. Sein einziges Gewand trug er auf dem Leibe, und es trocknete leicht. Wer auf Karawanen lauerte, der verschwendete keine Zeit auf junge Leute, bei denen kein Geld zu vermuten war. Der in die Fremde ziehende Posa floh eilig vor den heimatlichen Erinnerungen und dachte damals gar nicht an Vorsicht. Und so erreichte er schnell das Ziel seiner Reise. Und die Schlösser und Klöster, in denen er übernachtete, boten ihm wohl gern Herberge und Nahrung, aber man forderte den unbekannten Jüngling nirgends auf, längere Zeit als Gast zu verweilen. Ganz anders war es auf der Heimreise.An das Reiten mußte er sich erst wieder gewöhnen. Ihm folgte nicht ein einzelner Diener, sondern eine Begleitung, wie sie dem höchsten Vertreter des byzantinischen Kaisers zustand. Ein schwerer Packwagen führte seine Gewänder und Waffen mit; der wohlbewachte Wagen barg auch kostbare, kunstvoll geschriebene Bücher. Er hatte Schriften besorgen lassen, die in den Bibliotheken heimatlicher Klöster sicherlich nicht zu finden waren.