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DIE MUTTER BEI DER WIEGE
Schlaf, süßer Knabe, süß und mild, du deines Vaters Ebenbild! Das bist du; zwar dein Vater spricht, du habest seine Nase nicht.
Nur eben itzo war er hier
und sah dir in's Gesicht,
und sprach: Viel hat er zwar von mir,
doch meine Nase nicht.
Mich dünkt es selbst, sie ist zu klein, doch muß es seine Nase sein; denn wenn's nicht seine Nase war', wo hätt'st du denn die Nase her?
Schlaf, Knabe, was dein Vater spricht, spricht er wohl nur im Scherz: Hab' immer seine Nase nicht, und habe nur sein Herz!
Matthias Claudius
AUes Heilige ist früher als das Unheilige. Schuld setzt Unschuld voraus, nicht umgekehrt; es werden Engel, aber nicht gefallene, geschaffen. - Nie kann ein Kind für zu unschuldig und gut gehalten werden.
Jean Paul