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X. Das Symptombild als Ausdruck von Entwicklungs- und neurotischen Störungen Das langjahrige Studium der Kinderentwicklung an der Hampstead Clinic hat es sowohl aufgrund direkter Beobachtungen als auch durch die aus den Analysen gewonnenen Erfahrungen nahegelegt, bei der Diagnosestellung und auch in der analytischen Behandlung scharf zu unterscheiden zwischen neurotischen Symptomen und Störungen einerseits und Symptomen andererseits, die lediglich Ausdruck von Entwicklungsstörungen sind. Eine solche Unterscheidung ist von groBer Wichtigkeit, was die Diagnose, die Prognose und die Behandlungsmethode anbelangt. So ist es z.B. offensichtlich, daB das Bettnassen bei einem dreijahrigen Kind eine wesentlich andere, d.h. weit weniger ominöse Bedeutung hat als dasselbe Symptom bei einem achtjahrigen Kind. Wir befinden uns im Bereich einer Problematik, die sich in der Psychoanalyse aus historischen Gründen sehr oft ergibt, namlich die der direkten Übertragung von Einsichten auf das Kindesalter, die dem Studium der Psychopathologie Erwachsener entstammen. Freuds Theorien über das psychische Geschehen und vor allém über die Dynamik der verschiedenen Neurosen stammten zunachst aus der Behandlung von Erwachsenen. Die psychoanalytische Behandlung und das direkte Studium von Kindern begann erst wesentlich spater und damit auch die allmahliche Erkenntnis, daB es sehr irreführend sein kann, direkte Parallelen zwischen Erwachsenen und Kindern zu ziehen, was etwa die verschiedenen Neurosen oder die Natúr der Symptomatik anbelangt. Gerade in bezúg auf die Symptombildung hat es sich immer mehr gezeigt, daB zwischen Erwachsenen und Kindern in dieser Beziehung wesentliche Unterschiede bestehen. Freuds Definition eines Symptoms blieb wahrend seines ganzen Schaffens mehr oder weniger unverandert. So erachtete er neurotische Symptome als KompromiBbildungen zwischen Triebwünschen einerseits und Abwehrmechanismen gégén solche Triebwünsche andererseits. Im engsten Sinne bezieht