Bővebb ismertető
Das Buch »Klagelieder« (Klgl), das aus fünf verschiedenen Liedern besteht, trágt im M als Uberschrift das Anfangswort' ekáh »weh, ach« (l1 21 4'). Nach dem Talmud (baba batra 15a) soll der áltere Titel qi-nöt »Klagelieder« gelautet habén. Dementsprechend wird in G das Buch mit ©pr)VOi überschrieben; ihr folgt die Vg mit »lamentationes Jeremiae«. Weil das Buch dem Propheten Jeremia zugeschrieben wurde, wird es in G und in Vg hinter das Jeremia-Buch eingereiht, vgl. 2 Chr 3 525. Im M steht das Buch im 3. Teil des Kanons unter den Ketubim; nach Angabe von baba batra 14b nimmt es dort den 7. Platz ein. M záhlt es zu den fünf Megillot, den Festrollen für die jüdischen Hauptfeste (Rut, Hld, Koh, Klgl, Est). Es wird am 9. Ab zur Erinne-rung an die Zerstörung des Tempels durch Titus (70 n. Chr.) im Got-tesdienst verlesen.
Bis heute sind die Probleme des hebraischen Metrums keineswegs be-friedigend gelöst, doch dürfte man nicht zu Unrecht in Klgl das soge-nannte Qina-Metrum in besonderer Háufigkeit feststellen, das in den einzelnen Versen 3 + 2, 2 + 2 oder 4 + 3 Hebungen aufweist. Viel auffalliger und geradezu charakteristisch für Klgl ist die akrosti-chische Form, die alphabetische Anordnung einzelner Verse oder Strophen. In 1 und 2 beginnen die dreiteiligen Strophen, in 3 beginnt jeder Teilvers, in 4 beginnen die zweiteiligen Strophen mit den An-fangsbuchstaben in der Reihenfolge des Alphabets. Aus diesem engen Rahmen falit 5 heraus. Dieses Lied umfafít jedoch entsprechend der Anzahl der Buchstaben des Alphabets 22 Verse. Lieder mit solch künstlicher Formgebung finden sich sonst in Ps 9 10 25 34 37 111 112 119 145 Spr 3110-31 Nah l2"8. Der Sinn und auch die Herkunft dieser akrostichischen Gedichtform sind bis heute nicht befriedigend ge-klárt. Vielleicht soll die alphabetische Ordnung, die für den Verfasser einen einengenden Formzwang mit sich bringt, als Gedachtnisstütze dienen. Möglicherweise will die alphabetische Ordnung besagen, dafí Thema und Gegenstand der Darstellung auf diese Art erschöpfend behandelt und beantwortet sind. Das gilt besonders für das dreifache Akrostichon in 3, das als Mitte der Klgl gilt. Folglich steht die alphabetische Struktur im Dienst der theologischen Botschaft. In 2-4 ist die Reihenfolge der Buchstaben an einer Stelle vertauscht, dort geht p dem c voran. Das deutet darauf hin, daű das Alphabet in der Reihenfolge seiner Buchstaben zur Zeit der Entstehung der Klgl noch nicht feststand. Auch die Festlegung der genauen literarischen Gattung ist noch nicht zu einem allgemein anerkannten Ergebnis gelangt. Als un-zureichend gelten heute die Bestimmung »politisches Leichenlied« (vgl. Ez 2617 2732f Am 5lf), und »Klage um das zerstörte Heiligtum«, die aus der altorientalischen Umwelt (Ur) in die Bibel eingedrungen sein soll. Dafi die Klgl spater im Judentum als liturgische Festrolle