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SIEGFRIED LENZ
Die große Konferenz
Manchmal, wie die Erfahrung zeigt, glaubt man etwas zu besitzen, nur weil man sich an den Gedanken des Besitzes gewöhnt hat. Dieser Tatbestand war gegeben im Fall der sogenannten Suleyker Poggenwiese, eines moorigen Landzipfelchens, das erfüllt war vom quakenden Palaver der Frösche, vom einzelgängerischen Brummen der Hummeln, von unablässigem Gepieps und Gezirp. Die Suleyker, sie sahen nämliche Poggenwiese als ihren rechtmäßigen Besitz an, weshalb sie ohne Arg hinaufließen ihre berühmten Schafe, ihre Schimmel, ihre Kühe, ganz zu schweigen von den Enten, die es unaufhaltsam zu den Gräben zog.
Es ging gut, sagen wir mal - aber niemand hat die Jahre gezählt, wie lange es gut ging. Eines Tages nun zog sich ein Mensch aus Schis-somir, Edmund Piepereit mit Namen, seine Sdiuhe aus, watete in so einen Graben hinein und schnappte sich ein ansehnliches Suleyker Erpeldien unter dem Fiinweis, daß die Poggenwiese, von Rechts wegen, zu Schissomir gehöre. Und daher, meinte der Mensch, könnte er betrachten das Erpelchen gewissermaßen als Strandgut.