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EINLEITUNG
Der Zweck dieses Buddes
Dieses Buch wendet sich nicht an Fadhphilosophen. Ihnen vermag es nichts Neues zu sagen. Es wendet sich an die Vielen, die - ob akademisch gebildet oder nicht -inmitten der Arbeit und Sorge des Alltags und im Anblick der großen geschichtlichen Umwälzungen und Katastrophen unserer Zeit den Versuch nicht aufgeben, sich im Wege selbständigen Nachdenkens mit den Rätseln der "Weit und den ewigen Fragen des Menschseins auseinanderzusetzen, und die die Annahme nicht von vornherein zurückweisen, daß die Gedanken und Werke der großen Denker aller Zeiten dabei Rat und Hilfe geben können.
Die Frage ist, ob sie das können und in welchem Sinne. Sicher ist es nicht so, daß aus ihnen im Sinne eines einfachen lehr- und lernbaren Wissens Rezepte und Patentlösungen zu entnehmen wären für die Fragen und Aufgaben, vor denen unsere Zeit im ganzen und vor denen jeder Einzelne in seinem persönlichen Leben steht. Wohl aber ist es so, daß wir nur im Blick auf die großen Aufschwünge des Menschengeistes die notwendigen Richtpunkte, die Weite des Blicks und die erforderliche Freiheit für die eigene Entscheidung gewinnen können. Es ist richtig, daß jeder Einzelne für sich von vorne anfangen muß und daß Erfahrungen und ihr Niederschlag - leider! — nur in sehr begrenztem Maße lehr- und übertragbar sind. Aber es ist ebenso richtig, daß unsere Zeit und daß jeder Einzelne zugleich im großen Strom der geistigen Überlieferung unseres Volkes und der Menschheit steht, die zu bewahren - wenn wir nicht in Barbarei versinken wollen - und immer von neuem zu verlebendigen ebensosehr unumgängliche Notwendigkeit wie innere Pflicht ist.
Denjenigen, die diese Notwendigkeit verspüren, aber weder die Zeit noch die sonstigen Mittel zu einem mühevollen Studium der Philosophie haben, will dieses Buch eine Einführung und erste Bekanntschaft mit der Geschichte und den Werken der Philosophie vermitteln.
Einige selbstkritische VorJyemerkungen
Es ist angebracht, gleich zu Beginn über die Grenzen, die einem solchen Vorhaben gesetzt sind, Rechenschaft abzulegen. Wir wollen dabei unterscheiden zwischen den Einschränkungen, denen jeglicher Versuch einer Darstellung der Geschichte der Philosophie in höherem oder geringerem Maße ausgesetzt ist, und denen, die außerdem für den hier vorliegenden Versuch zu beachten sind.
1 Störig, Philosophie 1