Bővebb ismertető
Statt eines Vorwortes
Der einfache Glaube — und die komplizierte Theologie
Predigtübung in einem Priesterseminar. Ein hoffnungsvoller kommender Prediger hat eine Probepredigt gehalten - und so ziemlich alles darin untergebracht, was er in seinen theologi-schen Vorlesungen zum Thema gehört hatte. »Zu kompliziert*, »über die Köpfe weg«, »theologische Vorlesung, keine Predigt«, kritisieren ihn Dozent und Mitstudenten. »Wozu habe ich denn schliefilich so lange studiert!* - fragt der Kritisierte gereizt. Darauf die Antwort des Dozenten: »Um es ein fach zu sagen!* Diese wahre Geschichte ist wie ein Motto für dieses Buch. Zwar soll niemand meinen, es hátte je einen »einfachen«, »schlich-ten« Glauben gegeben, der frei von aller Theologie gewesen wá-re. Denn der Glaube will sich ja ausdrücken, er mufi sich in Worte fassen. Dazu mufi er bestimmte Worte wáhlen, andere als nicht oder weniger sachgemáfi vermeiden. Das geht nicht ohne Nachdenken über das, was der Glaube ist und was er sagt - und schon hat man eine theologische Überlegung angestellt, hat »Theologie getrieben*. Schon die álteste Kirche nannte Jesus Christus den »Sohn Gottes«. Warum nannte sie ihn zum Bei-spiel nicht (nur) den >Freund Gottes« oder: den »Boten Got-tes« oder: den »Diener Gottes«? Weil die Christen über Jesus nachgedacht hatten und dabei zu dem Ergebnis gekommen wa-ren, dafi »Bote« oder »Diener« Gottes das einzigartige Ver-háltnis Jesu zu Gott und Gottes zu Jesus nicht klar genug zum Ausdruck bringen. So betet der christliche Glaube seit den álte-sten Tagén: »Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn«. Das klingt wie »einfaches«, »schlichtes«, von aller theologischen Kompliziertheit freies Glaubensbekenntnis. Und doch steckt schon viel »Theologie« darin. Vor allém, wenn man weifi, wieviel der Name »Sohn Gottes« schon bedeutet hat, be-vor es die Kirche gab - wieviel man alsó beachten mufite, wenn die Christen nun Jesus und keinen anderen den »Sohn Gottes« nannten.
Es gibt alsó keinen »schlichten« Glauben - es sei denn, es gabe