Bővebb ismertető
Die Sprache ist eine áuGerst komplizierte und vielschichtige gesellschaftliche Erscheinung. Aus dem Wesen der Sprache, ihrer Stellung und Rolle im gesellschaftlichen Leben ergibt sich ganz natürlich auch eine Vielfalt der sprachwissenschaftlichen Forschung, durch die die Sprachwissenschaft seit ihrer Entstehung in engeren Kontakt mit verschiedenen anderen Wissenschaften kam und sich mehr oder minder stark deren Einflüssen ausgesetzt sah. Eine besondere Rolle spielte dabei stets die Philosophie, die als ideologisch-weltanschauliche Grundlage sprachtheoretischer Konzeptionen das sprachwissenschaftliche Denken und die Methodologie der verschiedenen Strömungen und Schulen entscheidend prágte. Aber auch Einzelwissenschaften, die ganz spezielle, jedoch für die Sprachwissenschaft relevante Aspekte des Objekts Sprache erfassen und entsprechende Erkenntnisse als Voraussetzung für sprachwissenschaftliche Untersuchungen liefern sowie Einzelmethoden bereitstellen, die sich auch in der sprachwissenschaftlichen Forschung bewáhren, übten z. T. recht nachhaltigen EinfluB auf die Entwicklung der Sprachwissenschaft insgesamt oder einzelner ihrer Teildisziplinen aus. Dazu záhlen insbesondere die Logik, deren EinfluB z. B. auf die Grammatik seit der Antiké bis heute noch spürbar ist, Biologie, Physiologie und Akustik, die beispielsweise wichtige Grundlagen für die Entwicklung der Phonetik lieferten, die Psychologie, die besonders im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die sprachtheoretischen Auffassungen dominierender Strömungen in der Linguistik wesentlich beeinfluBte, die Ásthetik, die Geschichte, die Soziologie und andere Wissenschaften. Bedingt durch neue gesellschaftliche Aufgabenstellungen, wie automatische Übersetzung und Datenverarbeitung, die auf Grund der Entwicklung von Wissenschaft und Tec-hnik möglich wurden, eröffneten sich der Sprachwissenschaft in der Nachkriegszeit neue Praxisbereiche, die einen zunehmenden theoretischen und methodologischen EinfluB der sogenannten Querschnittswissenschaften, wie Mathematik, mathematische Logik und Kybernetik, zurFolge hatten. Ebenfalls in den letzten 25 Jahren entwickelten sich unter der Bezeichnung Sprachpragmatik" bzw. Sprachwirkungsforschung" in zunehmendem MaBe die Forschungen zur Wirksamkeit der Sprache als Mittel der Lenkung und Beeinflussung des BewuBtseins und des Verhaltens der Massen, zur Rolle der Sprache als politisch-ideologische Waffe und Faktor im Klassenkampf. Die Vielseitigkeit des Gegenstandes der Sprachwissenschaft, verbunden mit sachlich und historisch bedingten Einflüssen von Nachbarwissenschaften, unterschiedliche philosophisch-ideologische Ausgangspunkte und sich verándernde Anforderungen seitens der Gesellschaft an die Sprachwissenschaft führten so im Verlaufe ihrer bisherigen Entwick-