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Peter Gente G ruß wortSehr geehrte Damen und Herren,es ist mir eine große Freude, dieses Symposion eröffnen zu dürfen: militia contra malicia" - zu Baltasar Gracians Handorakel und Kunst der Weltklugheit.Hugo Friedrich hat darauf hingewiesen, daß in der Formel militia-malicia ein Wort aus Hiob anklingt: Militia est vita hominis super terram", deutsch, bei Luther: Muß nicht der Mensch immer im Streit sein auf Erden ?"Auch Seneca klingt mit: Vivere militare est." Bei Gracian entsteht daraus das Wortspiel: militia - malicia". Ein Kampf ist das Leben des Menschen gegen das Bösesein des Lebens", so übersetzt Hugo Friedrich; ein Krieg ist das Leben des Menschen gegen die Bosheit des Menschen", so übersetzt Schopenhauer.Das Böse ist zweifellos aktuell. Jean Baudrillard und Quentin Ta-rantino gehen es mit schwarzem Humor an. Gracian lebte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Er war Jesuit, Prediger, Feldgeistlicher und Fürstenratgeber, schrieb Essays, Traktate und einen Roman, aber nur sein Handorakel fand weite Verbreitung, zumal in Deutschland, weil Schopenhauer es übersetzt hatte. Gracian lebte in einer Zeit des Niedergangs der spanischen Weltherrschaft, er erlebte das Ende einer Ära. Und seine Medizin nannte er: desengano", zu deutsch etwa Ernüchterung", Desillusionierung, Gewitztsein, Befreiung vom Wahn, Befreiung von List, Täuschung und Heuchelei.7