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Ursula Hatje - Knaurs Stilkunde [antikvár]

Knaurs Stilkunde [antikvár]

Ursula Hatje

 
wsst t.tö®'' rmmmfmrn Vorwort Dieses Buch ist für den Kunstinteressierten bestimmt, der zu einem tieferen Verständnis der Stile und damit der Kunst überhaupt gelangen möchte. Es soll in konzentrierter Form einen Uberblick über die Stilentwidclung der abendländischen Kunst von der Antike bis zur Gegenwart vermitteln. Für die Darbietung des Stoffs wurde die reichbebilderte fortlaufende Darstellung gewählt, die dem komplexen Geschehen der Stilabläufe am besten gerecht wird. Jeder Versuch, dem Leser die Orientierung in dem...
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wsst t.tö®'' rmmmfmrn Vorwort Dieses Buch ist für den Kunstinteressierten bestimmt, der zu einem tieferen Verständnis der Stile und damit der Kunst überhaupt gelangen möchte. Es soll in konzentrierter Form einen Uberblick über die Stilentwidclung der abendländischen Kunst von der Antike bis zur Gegenwart vermitteln. Für die Darbietung des Stoffs wurde die reichbebilderte fortlaufende Darstellung gewählt, die dem komplexen Geschehen der Stilabläufe am besten gerecht wird. Jeder Versuch, dem Leser die Orientierung in dem weitgesteckten Gebiet dadurch zu erleichtern, daß man die Fülle der Erscheinungen mit Hilfe von Zeittabellen und der Erläuterung einiger typischer Merkmale in ein schematisiertes «Lehrgebäude» preßt, muß vor der Realität scheitern. Der Stil einer Zeit erwächst aus zahllosen Komponenten zur einheitlichen und verbindlichen Formensprache. Die historische Situation und die Entwicklungshöhe der Zivilisation schlägt sich in ihm ebenso nieder wie das kulturelle Verhalten der «stilbildenden» Schichten. Stil - vom griechischen «stylos» = Schreibwerkzeug - bedeutet gleichermaßen die «Handschrift» eines Künstlers, einer Gruppe, einer Landschaft oder eines Volkes. Im historischen Rückblick und in der kritischen Auswahl schließt sich das reich facettierte Bild zur Einheit eines «Epochenstils», ein Begriff, der erst im historisch orientierten 19. Jahrhundert mit der systematischen Erforschung und Einordnung der Kunstdenkmäler entstand. Vieles von dem, was das vergangene Jahrhundert erarbeitete und fixierte - vor allem die uns so geläufigen Epochenbezeichnungen selbst -, ist heute noch gültig, anderes hat im Lichte der neueren Kunstwissenschaft veränderte Aspekte gewonnen. Insbesondere die Abgrenzung der einzelnen Stilepochen ist elastischer geworden, seit man erkannt hat, daß Spätstufen bereits das Neue in sich tragen. Der Wandel in der Bewertung bestimmter Stilphasen führte zu neuen Begriffen, etwa dem des «Manierismus», der sich zwischen die «Renaissance» und den «Barock» einschiebt. Er verdankt sein Entstehen einmal der Erkenntnis, daß den Werken dieser Phase formale Stilmerkmale zu eigen sind, die sie von denen der Renaissance wie auch von jenen des Barock wesentlich unterscheiden, zum anderen dem Sichtbarwerden einer bestimmten, nur dieser Zeit eigenen inneren Geisteshaltung. An diesem Einzelfall wird die Problematik einer Stilkunde deutlich: Sie hat nicht nur äußere Merkmale zu erläutern, sondern muß immer wieder die Verbindung zu den stilbildenden Faktoren herstellen. Will der Betraditer eines Kunstwerks über das Begreifen dessen, wie etwas dargestellt wurde, zum Verständnis, warum es sich gerade so und nicht anders darstellt, gelangen, so wird er von selbst nach den inneren Triebkräften fragen, die hinter der sichtbaren Form stehen. Diese Stilkunde hat deshalb die stilbildenden Fak- toren in die Darstellung mit einbezogen. Sie kommen vor allem in den Einleitungen der Kapitel zur Sprache. Aber auch die Beschreibung der Kunstwerke und Stilströmungen dringt immer wieder über die rein formalen Kriterien zum geistigen Hintergrund vor. Der fortlaufende Text soll die Einheit der Stilentwicklung deutlich machen und die verschiedenen Einzelerscheinungen zum Gesamtbild einer Epoche zusammenschließen. Er erhält damit den Charakter einer Kunstgeschichte, ohne daß dabei das Hauptziel - die Herausarbeitung der wesentlichen Stilmerkmale - preisgegeben würde. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurde für die meisten Kapitel die Unterteilung des Stoffs nach Kunstgattungen gewählt. Dadurch mag das Zusammenwirken der bildenden Künste, das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestand, nicht so klar zum Ausdruck kommen wie es der Realität entspricht, doch weist der Text immer wieder auf Querverbindungen hin. Die Abbildungen sind nach Möglichkeit stets in engster Verbindung zum Text wiedergegeben, ihre Unterschriften vermitteln über die rein sachlichen Informationen hinaus eine kurze stilistische Charakterisierung und Einordnung des betreffenden Kunstwerks, so daß sich bereits anhand des Bildmaterials ein großangelegter Überblick über die Stiltendenzen einer Epoche gewinnen läßt. Wo es sinnvoll erschien, wurden Grundtypen, Stilvarianten und -abfolgen zusammengefaßt. Wenn so versucht wurde, das unerhört reiche Bild der abendländischen Stile in einer sachlich gerechtfertigten und visuell einprägsamen Weise darzu-, stellen, so kann kein Zweifel darüber bestehen, daß eine derart kurzgefaßte Stilkunde sich notwendigerweisebeschränken mußte. Wo dem Laien eine Epoche mit einer fast verwirrenden Fülle von verschiedenen Stilformen entgegenzutreten scheint, wird der Fachmann mit Bedauern die Vereinfachung komplizierter Stilabläufe erkennen. Kunstwerke und Künstler, die in einer Kunstgeschichte unerläßlich wären, müssen in einer Stilgeschichte nicht unbedingt vertreten sein. Daß die Auswahl und Interpretation der hier gezeigten Werke nicht nur auf den heutigen Forschungsergebnissen, sondern letztlich auf subjektiven Entscheidungen basiert, bedarf ebensowenig der Begründung wie die Tatsache, daß die einzelnen Kapitel vom «Stil» ihrer Verfasser geprägt sind. Den Autoren sei an dieser Stelle besonders gedankt. Sie haben die schwierige Aufgabe einer gedrängten, allgemein gehaltenen Zusammenfassung ihrer Fachgebiete mit viel Verständnis und Verantwortungsbewußtsein gelöst. Ohne das großzügige Entgegenkommen des Verlags, der die umfangreiche Bebilderung ausdrüddich wünschte, wäre die Verwirklichung dieser Stilkunde niemals möglich gewesen. Ursula Hatje

Termékadatok

Cím: Knaurs Stilkunde [antikvár]
Szerző: Ursula Hatje
Kiadó: Droemer Knaur
Kötés: Vászon
Méret: 180 mm x 240 mm
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