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Wüsten am HumboldtstromBei dem Wort Wüste denlcen die meisten Mensclien an die Bibelworte vom ersten Schöpfungstag Am Anfang war die Erde wüst und leer, und sie verbinden mit dieser Landschaft die Vorstellung einer trostlosen Einöde. Immerhin stammt das englische Wort desert vom lateinischen desertas, was verlassen heißt.Wer sich aber bemüht, die Wüste näher Icennenzulemen, wird staunend bemerken, daß sie recht unterschiedlichen physikalischen Auswirkungen unterliegt und überraschend viele Tiere und Pflanzen beherbergen kann. Die meisten von ihnen mit faszinierenden Anpassungsfähigkeiten an extreme Lebensbedingungen. Kein Wüstenbereich hat mich auf meinen Expeditionen ins Tierreich stärker beeindruckt als die Atacama-Wüste, die sich in einer Länge von 3000 Kilometern von Chile bis kurz vor Ecuador an der Pazifikküste von Südamerika erstreckt. Bei meinem ersten Besuch war die Küstenregion in dichten Nebel gehüllt. Bei der Fahrt auf der berühmten Femstraße, der Panamericana, mußten wir auf der Hut sein, um den vielen Bulldozern rechtzeitig auszuweichen, die tagein, tagaus die Sandmassen vom endlosen Asphaltband schieben, die der ständige Passatwind von den Dünen weht. Hier zeigte sich die Wüste für Menschen besonders abweisend. Kein Grün weit und breit, nur trostloser, kahler Boden, trotz der Berührung mit den Wassermassen des Ozeans. Das liegt daran, daß keine der hier vorherrschenden Luftströmungen, weder Südostpassat noch Westwinddrift, Regen bringt. Als wanne und trockene Winde wehen sie über den kalten Humboldtstrom, der sie abkühlt und ilmen keine Feuchtigkeit mitgibt. Nur im Südwinter bilden sich im nördlichen Bereich der Atacama Wolken und Nebel, die an der pemanischen Küste als Nieselregen, die garúa, vor allem die höheren Hügel benetzen und eine oft üppige Lomavegetation hervorbringen, die sogar Ziegen- und Schafhaltung ermöglicht.Während die Atacama-Wüste durch die Auswirkungen des kalten Humboldtstroms fast kein Leben zeigt, ist das angrenzende Meer von tausendfältigem Leben erfüllt. Die kalte Meeresströmung ist sauerstoffreicher als warmes Wasser. Hinzu kommt, daß die Auftriebswasser große Mengen von Nährsalzen an die Oberfläche bringen, und so gedeiht in dem nährstoffreichen Meeresstrom besonders üppig das Plankton, pflanzliche und tierische Kleinorganismen, die die Hauptnahrung der Anchovetas sind.Dieser zehn Zentimeter lange Fisch, der in riesigen Schwärmen im Humboldtstrom lebt, ist für die menschliche Emälirung ungeeignet, aber Hauptnahrung von Kormoranen, Tölpeln und Pelikanen. Etwa 35 Millionen Seevögel, die täglich an die tausend Tonnen Fisch verzehren, haben mit ihren Verdauungsausscheidungen, dem Guano, ihre Nistbereiche am Küstensaum und auf den vorgelagerten Inseln zu