Bővebb ismertető
1Der Anruf erreichte mich an einem grauen Sonntagnachmittag im späten Januar. Gerald Stephens' Stimme kam so klar aus New York zu mir, als spräche er von hier, von Paris aus. Er stellte die üblichen Fragen, wie es mir ginge, und war über Gebühr beunruhigt, weil Florence Manning, mit der ich drei Monate lang Roms Kunstschätze studiert hatte, nach New York zurückgekehrt war und mich in Europa allein gelassen hatte.Drei Monate lang war ich brav hinter Florence hergetrottet und hatte alles bewundert, was sie für richtig hielt. Was sie mir nicht vermitteln konnte, weil sie es selbst noch nicht entdeckt hatte, war, daß große Kunst einen ganz persönlichen Eindruck hinterläßt, daß sie auf jeden Menschen anders wirkt. Florences Bekanntschaft mit der Welt der Kunst war für sie keine Offenbarung, sondern eine Pflichtübung. Ihre Abreise in der vorausgegangenen Woche war eine ungeheure Erleichterung gewesen. Zum erstenmal in meinem Leben konnte ich tun, was ich wollte. Ich bin nicht sehr intelligent, aber mir wurde langsam klar, daß es viel im Leben gab, was ich selber herausfinden mußte, wenn ich den Mut dazu aufbrachte.Natürlich erklärte ich das Gerald Stephens nicht alles, als er aus New York anrief. Wenn Auslandsgespräche auch Routine für ihn waren, weil er ein gutgehendes Importgeschäft besaß, blieben sie doch im Umgang mit mir selten. Er schrieb regelmäßig alle zwei Wochen, fragte nach meinem Wohlergehen, gerade so, als ob er für mich verantwortlich sei und nicht meine Eltern. Ganz sicher war er aber mehr an mir interessiert als diese.So unterbrach ich seinen Kommentar über den schlimmen New Yorker Winter mit der Frage: Was ist los, Gerald? Du hast schlechte Nachrichten für mich, nicht wahr? Leider ja, meine Liebe, sagte er nüchtern, und ich weiß nicht recht, wie ich's dir sagen soll. Deshalb tut es mir so leid, daß du jetzt allein bist.Mein Vater? fragte ich. Ist Vater etwas passiert? Beiden, Maggie.Beiden? Ich begriff nicht. Willst du sagen, daß Vater und5