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VORBEMERKUNGDie in diesem Band abgedruckten Moliere-Übersetzungen sind Fassungen, die ganz bewußt für die Praxis der Bühne erarbeitet wurden. Bei den Übersetzern handelt es sich generell um Theaterleute oder Übersetzer, die in engem Kontakt zum Theater stehen.Sehr anders als in Frankreich selbst, ging die Aufnahme von Werken Molieres in Deutschland ungleich schwerfälliger vonstatten als beispielsweise die der Shakespeareschen Stücke, und das heikle Kapitel der Moliere-Übersetzung fügt sich in diesen Zusammenhang. Das Erbe Molieres - Bestandteil der französischen Klassik, die wohl als beispielhaft, vor allem aber als unendlich hochtrabend und lebensfremd galt -geriet im 18. Jahrhundert in Deutschland rasch in ein Licht des Nur-Literarischen, das diese ursprünglich so lebenspralle, ja oft derbkomische Figurenwelt in akademische Grautöne hüllte. Schon Goethe beklagte nach Eckermanns Bericht, daß die starke Natürlichkeit Molieres auf den Bühnen nicht durchgehalten werde, und wies auf Textverstümmelung in deutschen Fassungen hin. Während sich - in der Tradition Lessings, der Stürmer und Dränger, Goethes - am Anfang des vorigen Jahrhunderts bedeutende Dichter Shakespeares annahmen, ihn sogar selbst fleißig übersetzten, verfiel das Ansehen Molieres, noch mehr des Moliere-Übertra-gens vollends, und auch die verspäteten, gutgemeinten Bemühungen der Baudissin und Fulda blieben zu schwächlich, diesem Übel gebührend abzuhelfen. Vor wenigen Jahrzehnten erst nahmen sich einige wenige verdienstvolle Übersetzer, so Arthur Luther und Ludwig Wolde, dieses im deutschen Literaturraum vernachlässigten Komödienwerkes an und versuchten, wenn auch noch unzureichend, alten Bi-bliotheksstaub von den mühsam atmenden Originaltexten zu fegen. Doch schien der Zeitpunkt für eine Wiedergeburt Molieres auf den deutschen Theatern noch nicht gekommen. Den eigentlich entscheidenden Impuls für eine neue kontinuierliche Beschäftigung der Theater mit diesem Erbe gab uns erst Brecht durch seine Übersetzungs-, Bearbeitungs- und