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Sektionsvorträge 26 257
können; westlich derselben dagegen hat sie - in einer dichtbesiedelten und mit Zentralgallien aufs engste zusammenhängenden Landschaft - nur wenig Boden zu gewinnen vermocht; im SO hat sie fast nirgends den Ardennenkamm überschritten.
Im nördlichen Hennegau sind zwar beiderseits des Limes kleine zweisprachige Gebiete entstanden, aber sie haben sich nicht zusammenschließen können. Südlich der belgisch-französischen Staatsgrenze sind nur noch ganz sporadisch romanisch-germanische Dubletten zu finden; im ganzen Departement Pas-de-Calais - über dessen Ortsnamen wir gut dokumentiert sind - haben wir bisher, trotz eifrigster Bemühungen, nur 3 entdecken können.
Endgültig widerlegt ist somit die These einer tiefgehenden Germanisierung Nordgalliens in fränkischer Zeit bis zur Loire, zur Seine oder gar zur Somme. Widerlegt ist aber auch die Behauptung, seinem Ursprung nach unterschiede sich das wallonische Volk nicht merklich von dem französischen®. Es ist an der Zeit, daß man hüben und drüben der Sprachgrenze mit den Mythologien aufräume und sich auf die Tatsachen besinne.
• Es versteht sich, daß die Germanen in „Urwallonien" keine Mehrheit, sondern nur eine starke bis sehr starke Minderheit bildeten (An den 1951 von uns vorgeschlagenen Zahlen halten wir nicht mehr fest).
17 Kongreßberichte II