Bővebb ismertető
Prolog Es war ein Frühlingstag imjahr 1939. Musa Ahun, ein Postreiter im Dienst des königlich britischen Konsulats in Kaschgar, náherte sich dem BaltekpaB am Rande des Karakorum. Schwer hingen die ledernen Postsácke über dem Widerrist seines kleinen Pferdes. Eine Woche war er bereits unterwegs, und eine zweite benötigte er, um die nördlichste Poststelle Indiens zu erreichen. Dort würde er seine Postsácke abliefern und gleich die náchste Sendung übernehmen - für das Konsulat in Kaschgar und die wenigen Sahibs aus der Gegend wie den russischen Grafen, der zuviel trank, und den Englánder, der im Goldenen Tal lebte. Ein einsamer Weg durch Eis, Schnee und heulenden Wind lag vor ihm. Musa Ahun vergewisserte sich, daB der Baumwollbeutel mit den trockenen tabakáhnlichen Bláttern noch in seiner Tasche war. Wenn er sparsam damit umging, würde der Vorrat bis zur Poststelle reichen, wo er sich Nachschub besorgen konnte. Gott sei Dank gab es nasha. Es vertrieb die Müdigkeit, die in seinen Knochen steckte, und bescherte ihm Visionen vom Paradies; auBerdem nahm es ihm ein wenig von seiner Angst. Musa Ahun war in der Steppe geboren und aufgewachsen. Die hohen Berge hier wirkten unwirtlich und bedrohlich auf ihn. Angeblich sollten Götter und Dámonen in den Felsen hausen. Er hatte diese Strecke nun schon so oft zurückgelegt, und doch beschlich ihn jedesmal ein ungutes Gefühl, wenn er hier entlangritt. Aber schlieBlich wurde er gut dafür bezahlt, und zu Hause wartete eine sechsköpfige Familie auf seinen Lohn. Musa Ahun rítt weiter. Über ihm kreiste ein riesiger Lámmergeier auf der Suche nach Aas. „Hier gibt es nichts!" rief Musa Ahun laut. „Heute nicht!" Als hatte der Vogel ihn verstanden, stieg er im warmen Luftstrom des Morgens höher und höher und war bald nur noch als schwarzer Punkt am tiefblauen Himmel zu sehen.