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Vorwort
Kreta, felsige Insel im Meer, dem großen Grünen, Grenze Europas nach Süden, Barriere und Mittlerin, Ort uralter Sagen, Heimstatt der Götter und Menschen, die Du golden des Kronos' Zeitalter und hehr die Tage des Königs Minos erlebtest, immer geheimnisvoll, offenbarst Du Dich und verrätselst Dich wieder.
»Golden haben zuerst das Geschlecht hinfälliger Menschen todfreie Götter geschaffen, die himmlische Häuser bewohnen. Das war zu Kronos' Zeit, als er noch König im Himmel. Und es lebten wie Götter [die Menschen] und hatten nicht Kummer im Herzen,
fern von Mühen und frei von Not, nicht drückte das schlimme Alter auf sie, sondern allzeit
behend an Beinen und Armen lebten sie freudig in Festen, weitab von allen den Übeln;
starben als käme ein Schlaf über sie. Und alle die Güter waren ihr Teil; Frucht brachte der nahrungspendende Boden willig von selbst, vielfältig und reich. Vollbrachten in Ruhe ferne und froh ihre Werke, gesegnet mit Gütern in Fülle.« (Hesiod, Erga 109-119)'
Nach der mythischen Überlieferung der Kreter lebte Kronos als mächtiger König der Titanen mit seiner Gattin Rhea auf Kreta in der Region um Knossos. Unter seiner gerechten Herrschaft fiihrten alle Untertanen ein sehges Leben in Freude und Kurzweil (Diod. Sic.V66, 1-6).Viele Generationen später lebte König Minos, und mit ihm trat Kreta in eine neue Epoche ein.
»Kreta ist ein Land inmitten des purpurnen Meeres, Schön und reich und rings umströmt, es leben dort aber Zahllos viele Menschen in neunzig Städten darinnen. Ihre Sprache ist bunt gemischt, da sind die Achäer, da die stolzen Eteokreter, da die Kydonen,
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