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Prolog
Ein Geheimnis nimmt jeder mit ins Grab
Er war einer der Menschen, die zehn Leben leben, während wir anderen uns mühsam durch eines kämpfen.
Welch ein Erlebnis muß es gewesen sein, ihn persönhch zu kennen! In Fleisch und Blut. Diesen Turm aus warmem Fleisch, niemals müde, niemals kalt, einen Meter aditundachtzig hoch, auf Strümpfen gemessen. Wie er seine Feinde ausladit, wie er ihren Hohn und Spott abschüttelt: »Was wollen Sie? Ich bin ein für allemal einfach unfähig zum Haß. Wut? Ja, wütend kann ich werden. Denn Wut währt kurz. Aber Haß? Nein, ich kann nidit hassen. Haß dauert.« (Und das, obwohl er den Graf von Monte Christo geschrieben hat, jenen klas-sisdien Roman des unbeugsamen Hasses.)
Er hat, nach seiner eigenen Rechnung, mindestens dreizehn Duelle gefoditen. Folgen momentaner Wut natürlich. Und eines dieser Duelle zeichnet sich dadurch aus, daß es vielleidit das kürzeste aller Duelle ist.
»Pistolen!« schrie Dumas. »Ich bestehe auf Pistolen!« »Degen!« entgegnete Jules Janin, bekannter Kritiker und Roman-sdireiber. »Bin nidit ich der Beleidigte? Habe nicht ich das Recht, die Waffen zu bestimmen? Und deshalb: Degen sage ich!« »Sie müssen wahnsinnig sein!« rief Dumas. »Wissen Sie nicht, daß idi ein Genie im Degenfechten bin? Ich beherrsche jede einzelne von den zwölftausendzweihundertzehn Kombinationen aus den adit Grundstellungen. Pistolen — oder Sie sind so gut wie tot.« »Zweifeln Sie meine Fähigkeiten im Pistolensdiießen an?« protestierte Janin. »Auf dreißig Schritt lösdie idi eine Kerze aus. Sie sind erledigt, wenn Sie mir eine Pistole in die Hand geben. Nein. Degen!« So viel gegenseitige Großherzigkeit erwies sich als unwiderstehlidi.