Bővebb ismertető
„Ich habe behauptet, dass unter allen Fragen mit welchen die heutige Sprachwissenschaft zu thun hat, keine von grösserer Wichtigkeit ist als die Sprachmischung [ ]"
(schuchardt 1884: 3)
Einleitung und Problemhorizont
1.1 Kulturen im Kontakt: Zwei- und Mehrsprachigkeit als kontaktlinguistischei Herausforderung
Die Problematik des fundamental menschlichen Phänomens 'Zweibzw. Mehrsprachigkeit' hat sich heute zu einem höchst aktuellen inter-, multi- und transdisziplinären^ Forschungsbereich entwickelt, der das Interesse fast sämtlicher geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlicher (vmd z.T. sogar naturwissenschaftlicher) Disziplinen für sich gewormen hat. Die nachhaltige Reflexion und der mittlerweile bemerkenswerte internationale Wissensstand gehen u.a. aus dem umfangreichen Zweisprachigkeits-Handbuch von Paulston (1988), der 758 großformatige Seiten umfassenden und multidisziplinär angelegten Bilinguismus-Enzyklopädie von Baker/Jones (1998) und dem 902-seitigen monumentalen Bilinguismus-Handbuch von Bhatia/Ritchie (2004) detailliert hervor. Gleichwohl ist zu bemerken, dass die unterschiedlichen Szenarien des Zwei- bzw. Mehrsprachigkeitsgebrauchs in der germa-
' Unter 'Kontaktlinguistik' verstehen die Herausgeber des für diesen Gegenstandsbereich maßgebenden HSK-Bandes „eine von Linguisten aller Fachrichtungen gegenüber dem Phänomen des sozialen Kontakts zweier oder mehrerer natürlicher Einzelsprachen eingenommene Forschungshaltung und die daraus resultierenden theoretischen und praktischen Resultate" (Hervorhebung im Original; Goebl/Nelde/Stary/WÖLCK 1996: XXV). Mit einem ähnlichen Ansatz, allerdings etwas einfacher und verkürzter formuliert coebl (1997: 52): Kontaktlinguistik ist „die sprachwissenschaftliche Betrachtung von Sprachen und deren Sprechern, die miteinander in irgendeiner Form von sozialem Kontakt stehen". Ein interdisziplinäres Konzept der Kontaktlinguistik „als Wissenschaftszweig der Mehrsprachigkeitsforschung" stammt von Nelde (1992: 232 ff.).
^ Zu diesem terminologischen System von 'Disziplinarität' vgl. nowotny (1997:178 ff.).
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