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EINLEITUNG!
„Und fürwahr, es scheint mir wunderlich, daß die meisten Menschen die Kräfte der Pflanzen, die Bewegungen der Gestirne, die Umwandlungen der Metalle und Gegenstände ähnlicher Wissenschaften aufs sorgfältigste erforschen, während so gut wie niemand über den Geist selbst [bona mens] oder über diese universelle Wissenschaft [universalis sapientia] nachdenkt, wenngleich doch alles übrige nicht so sehr an und für sich Wert hat, als sofern es hierzu einen Beitrag liefert."^ Unter „universeller Wissenschaft" ist hier die Methode gemeint, oder — wie es Descartes im Titel des klassischen Werkes mit einiger Pedanterie ausdrückt — die Regeln zur Leitung des Geistes. Wie es aus dem angeführten Satz klar hervorgeht, setzt Descartes die Methode — deren wahres Wesen und eigentliche Bedeutung von ihrem instrumentalen Charakter so oft umschattet werden — auf den Ehrenplatz am Gipfel der Pyramide der Wissenschaften. Oder — mit einem einleuchtenderen, dialektischen Bild ausgedrückt: — er stellt sie zugleich an den Anfang und an das Ende des Weges. „Man wird — setzt er fort — zu der Annahme geführt, daß alle Wissenschaften unter einander derart verknüpft sind, daß es beiweitem leichter ist, sie alle insgesamt zu erlernen als eine einzige von den übrigen loszulösen. Will also jemand ernsthaft die Wahrheit erforschen, so darf er sich nicht um eine Einzelwissenschaft bemühen sondern er denke nur daran, das natürliche Licht seiner Vernunft zu steigern
Die Tatsache, daß Descartes und ähnlicherweise Bacon die Erkenntnis der Bedingungen luid des Verlaufes erforgreicher Denktätigkeit für die wichtigste Aufgabe betrachten, deutet auf eine der interessantesten Zusammenhänge zwischen Philosophie, Wissenschaft
^ Diese Abhandlung ist der erste Teil einer größeren Studie über den Kommimikationsvorgang wis senschaftlicher Kenntnisse. Der zweite Teil erscheint voraussichtlich im nächsten Band des Jahrbuchs „Könyv és Könyvtär". Die Studie selbst ist zur Einführung einer umfangreicheren monographischen Arbeit über bibliographische und bibliothekarische Probleme des wissenschaftlichen Kommunikationsvorgangs bestimmt, die bereits — hauptsächlich in den Bänden des Jahrbuchs „Könyv és Könyvtär" — in Fortsetzungen größtenteils veröffentlicht wurde.
' Descartes: Regeln zur Leitung des Geistes. Die Erforschung der Wahrheit durch das natürliche Licht. (Jbers. u. hrsg. v. Artur Buchenau. Leipzig, 1906. S. 4. » Op. dt. S. 5.