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W. A. MOZARTKLAVIERKONZERT ES-DUR (K.-V. No.482)Während seiner Arbeit am Figaro" hat Mozart drei Klavierkonzerte geschrieben: das hier vorliegende in Es-Dur (K.-V. 482, beendet am 16. Dezember 1785) und die beiden in A-Dur (488) und C-Moll (491), die im Laufe der folgenden drei Monate entstanden. Sie bezeichnen, wie Figaros Hochzeit" unter den Opern, einen Wendepunkt in Mozarts Schaffen. Mit dem Konzert D-Moll (466) hatte Mozart die Gattung des Klavierkonzerts aufs engste den in Symphonie und Streichquartett waltenden Tendenzen angenähert. In äußerster Folgerichtigkeit war dort aus einem einheitlichen Keim heraus eine Fülle von Weiterbildungen und Entwicklungen entstanden, die das gesamte Werk erfüllten und formten. Es war die Spitze eines Entwicklungsweges, der mit dem Konzert C-Dur (467) zwar noch verfolgt, doch schon in neue Richtung umgebogen wird. Die Konzentration des Einzelsatzes auf die Logik der Form und des ganzen Werkes auf sinfonische und thematische Einheit waltet auch dort noch vor. Ein Jahr später unternimmt das Konzert C-Moll (491) einen weitreichenden Vorstoß indie Klang- und Gefühlswelt der Romantik; es eröffnet Ausblicke, denen erst eine spätere Generation nachgehen sollte*).Zwischen diesen Polen stehen die beiden Konzerte Es-Dur (482) und A-Dur (488) mit ihrem entschiedenen Versuch, sich wieder stärker der eigentlichen" Weit des Konzertes, einer feinen und geistreichen Unterhaltungskunst zuzuwenden. Aber die Kluft, die durch die vorausgegangenen Werke (466,470) aufgerissen worden war, ist nicht mehr zu verwischen. Das Konzert ist für Mozart, ähnlich den anderen Gattungen der Instrumentalmusik, ein Gefäß der Leidenschaft und der seelischen Selbstaussprache geworden. Es kann nicht einfach zur Causerie des Salons zurückkehren. Es bleibt persönliche, eriebnisgesätJigte Dichtung. Und so stehen diese beiden, vielleicht eben deswegen von der Romantik so überaus hochgeschätzten Konzerte in Es-Dur und A-Dur recht fühlbar zwischen den Sphären: scheinbar mit dem reizvollen Spiel von Fantasie und Laune völlig beschäftigt, in Wirklichkeit doch nur verhüllende Schleier über eine fort-Vgl. meine Einführung zu den revidierten Ausgaben der Klavierkonzerte in E-Dar, D-Moll, C-Dur, C-Moll und D-Dur (K.-V. 450, 466, 467, 491, 537; Eulnburgs Partiturausgabe Nr. 743, 721, 739, 740, 719); ferner meine Studie über Die formgeschichtliche Stellung der Klavierkonzerte Mozarts", im Mozart-Jahrbuch FI, 1924.No. 737