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VIVALDI, VIOLINKONZERT E DUR. OR 3, NR. 12
Das vorliegende Violinkonzert in E-dur von Antonio Vivaldi entstammt seinem op. 3, einer der schönsten Veröffentlichungen mit Stücken des Concerto-grosso-Stils und der ersten, die das moderne Violinkonzert in ausgebildeter Form zeigt. Sich dieses Werkes zu erinnern, ist aber keineswegs eine nur rein historische Forderung: Vivaldis Schöpfungen, insbesondere sein op. 3, haben nicht nur geschichtlichen Wert, ihre künstlerische Bedeutung ist auch heute noch nicht verblaßt, und ihr einerseits so prächtiger und prunkvoller, andererseits wieder so eleganter und flüssiger Stil vermag noch heute jeden Musikliebhaber in Entzücken zu versetzen. In ihrer Zeit fanden sie in ganz Europa Bewunderung, und kein anderer als Joh. Seb. Bach gab sich aufs eingehendste mit ihnen ab. Die Hälfte der zwölf Konzerte des op. 3 (eins für 4 Violinen, zwei für 2 Violinen und drei für eine Violine), unter ihnen auch das vorliegende, arbeitete er sich für seinen eigenen Gebrauch als Klavier- oder Orgelauszug um. Dabei änderte und verbesserte er stetig, gab vor allen den Bässen Leben, gestaltete die Figuration künstlerischer und strich wohl auch einmal einen Takt oder schob einen überleitenden Takt ein. So beseitigte er etwa in unserem Konzert den T. 64 des letzten Satzes. Im allgemeinen aber sind seine
Leipzig, im Dezember 1939
Änderungen nicht einschneidend, und Vivaldis Konzerte hatten solche auch nicht nötig. Das vorliegende Konzert bildet
— von E-dur nach C-dur transponiert
— das fünfte der 16 Klavierwerke, die er nafch zeitgenössischen Werken bearbeitete. Neben seinen feurigen Ecksätzen verdient vor allem der kontrapunktisch gearbeitete Mittelsatz die Bewunderung auch noch unserer Zeit.
Unsere Ausgabe beruht auf dem Druck von Walsh. Benutzt wurde das Exemplar des Landeskonservatoriums für Musik zu, Leipzig. Der alte Druck ist bis auf wenige Ausnahmen in Ordnung. Die nicht ausgeschriebenen Arpeggien T6. 4 ff. des dritten Satzes sind am einfachsten so anzuführen:
usw.
Bach wählte eine etwas andere Form
Die „Doppelgriffe" T. 58 und 60 ff. des 1. Satzes sind als Sechzehntel aufzulösen, also T. 58
und T. 60, die zweite Takthälfte genau wie die erste, usw.
Dr. habil. Heinrich Husmann
No. 787
E. E. 6817