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MOZART, 5 VIOLIN-KONZERTE.
Der neunzehnjährige Mozart schrieb seine fünf bekannten Violinkonzerte gleichsam in einem Zuge, vom April bis Dezfember 1775, nieder, als er noch am erzbischöflichen Hofe in Salzburg ?is Konzerlmeister tätig war. An innerem Wert ungleich, werden sie auch heute von der Geigerwelt in verschiedenem Ma^e bevorzugt. Die beiden Erstlinge, K. V. 207 (B-dur) und vor allem K. V. 211 (D-dur) treten dabei sichtlich zurück, während die übrigen drei, K. V. 216 (G-dur), ganz besonders aber K.V. 218 (D-dur) und K.V. 219 (A-dur), immer wieder im Konzert entzücken und als Unterrichtswerke in breiteren Schichten Eingang finden. Im B-dur- und dem ersten D-dur-Konzert ergreift Mozart gewissennagen Besitz von der Gattung, die er bis dahin (abgesehen von dem Concertone für 2 Soloviolinen und Orchester K. V. 190 vom Jahre >773) noch nicht gepflegt hatte. So haftet beiden Werken, trotz der heiteren Grazie, der silberilüssigen Eleganz, die das B-dur-Konzert kennzeichnen, und trotz des frisch aufquellenden, behäbig-süddeutschen Serenadentons des ersten D-dur-Konzerts (dessen Allegro moderato in seiner Thematik auffallend an den.Ein-leitungsmarsch der Serenata notturna vom Januar 1776 erinnert) noch mancher-lei Konventionelios an, das in der The-
») Ober den Gedankenreichtum des G-dur-Konzerts vgl. H. Rietsch (Zeilschrift f. Musikwissenschaft X, 198 {f.).
nienerfindung wie auch in der anspruchslos-unproblematischen Pormbehandlung zutage tritt. In beiderlei Hinsicht besitzt bereits das G-dur-Konzert einen höheren Eigenwert, zumal auch das Orchester über das bisherige Maij hinaus einen stärkeren Anteil an der thematischen Gedankenentfaltung und Formgestaltung nimmt. Der Mittelsatz erhebt sich hie bereits zu jener innigen, schwärme rischen, echt Mozanschen Empfindsamkeit empor. Und das Pinale („Rondeau") mischt in freizügiger Weise die verschiedensten Stilelemente: galante jJ-Rythmik alla Lombarda mit einem rokokomäfjig abgezirkelten, romanzen-haft-französischen Minore und einer gemütvollen Liedweise, die ohne allen Zweifel auf deutschem Boden gewachsen ist. Vielleicht muß dieses G-dur-AIIe-gretto mit seinen Musettewirkungen in einen direkten Zusammenhang gebracht werden mit der ähnlich gearteten G-dur-Episode im Schlußsatz des zweiten D-dur-Konzcrts. Und vielleicht darf man in beiden Teile des „Siragburgers" vermuten, jener Volksmelodie, über die sich Vater und Sohn Mozart in den Briefen (Schiedermair, III, 207) vernehmen lassen.
Die Freiheit, mit der Mozart hier schon die Form meistert und prägnante thematische Gedanken einführt^), erfährt in den beiden nächsten Konzerten (K.V. 218,