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Nahe Ferne Das Transsylvanien-Projekt
der Moholy-Nagy Galerie des .CHB im Sommer 2012
Lagerfeuer am Haus von Agnes und Sándor Ferencz in Eszenyő am 27. Juli 2012 mit: Ulla von Puttkamer, Beatrix Szörényi, István Csákány, Konrád Csákány, Veronika Baksa-Soós, Bence von Puttkamer, Zsolna Ugrón, Tas Balázs, Vajk Balázs, László Balázs und Hajnalka Balázs
Eine Reise ins Fremde anzutreten, ist einer der ältesten Topoi der Menschheit. Wenn auch imaginär, sind wir doch immer auf Reisen. Schwieriger wird es, wenn man sich vornimmt, einen imaginär bereits bereisten Landstrich mit gleichem Elan dann auch wahrhaftig zu besuchen. Die mitgebrachten Vorstellungen werden mit den vorgefundenen Tatsachen ein Ringen über mehrere Runden austragen müssen.
Die Idee und die Motivation dieser Ausstellung wurden gemeinsam mit der Ko-Kuratorin Lilla von Puttkamer entwickelt. Sie besucht das Szeklerland in Transsylvanien/Siebenbürgen bereits seit vier Jahren regelmäßig, und lotste nun die aus vier Künstlerinnen und der Kuratorin bestehende Arbeitsgruppe zwecks eines vom 21. bis 31. Juli stattfindenden gemeinsamen Workshops in die Berglandschaft von Hargita-Gyergyö. Dort, in Eszenyö, einem Ort unweit der mit bereits
verlassenen, jedoch noch funktionierenden alten Mühlen besiedelten Hügel von Gyergyöremete, verband uns die Gestaltung unserer Lebensumstände. Ohne Küche und Bad verging viel Zeit mit Feuermachen und Abwaschen am Wasserfall. Die Erfahrung, mit dieser ferngelegenen, fremden Umgebung aus der Nähe umzugehen, sammelten wir so gemeinsam und jeder für sich.
Lilla von Puttkamer arbeitet mit Erinnerungen an Ereignisse und musikalische Assoziationen (Leos Janacek: Das schlaue Füchslein) ihrer transsylvanischen Reisen. Ihre Bilder evozieren neue, unbekannte Kontinente, doch bei näherer Betrachtung erscheinen sie wie althergebrachte Motive und Trachtenkleider. Ein Wechselspiel von Realität und Fiktion bestimmt ihre Art, mit tatsächlich Erlebtem und Geträumtem auf der Leinwand umzugehen. Ihre Pinselführung ist dementsprechend bewusst konturenschwach, ihre Bilder sind narrativ und erzählen von einer Zeitreise an fremde und bekannte Orte. Man weiß nicht, ob man die Erinnerung erträumt oder ob man sich an den Ort der Erinnerung begibt.
Transramonische Sprache liegt den Arbeiten von Oliver Oefelein zugrunde. Ofelein hält alles im Kreislauf, dabei werden sowohl Bilder, die selbst Raumdarstellungen sind, als auch Skulpturen zu Teilen von Rauminszenierungen. Diese wiederum können im nächsten Schritt zur Kulisse eines Filmes umgedeutet werden, wobei der Film dann seinerseits wiederum Teil einer weiteren Installation wird, um dann eventuell als Vorlage für ein Bild zu dienen. Die Einschränkung auf nur ein einziges künstlerisches Medium würde diesen Kreislauf der Arbeiten von Oliver Oefelein fatal unterbrechen.
Im Rahmen unseres Projektes Transsylvanien, Sommer 2012 hat Oefelein die Bewohner von Eszenyö/ Gyergyöremete mit einem eigens angefertigten blaugestrickten transramonischen Anzug in transramonischer Sprache für einen fremdsprachigen Fernsehsender interviewt. In dieser fiktiven Sprache