Bővebb ismertető
I. Teil. Nephritiden, Nephrosen und Nephrosklerosen. Einleitung. Die Pathologie der als Nephritiden bezeichneten Nierenkrankheiten hat im Laufe cier zwei letzten Dezennien eine weitgehende Umarbeitung erfahren. Bis zu jener Zeit beschránkte sich das Interesse des praktischen Arztes, soweit es sich um die einzelnen Züge der Krankheitsbilder handelte, fast nur auf die Albuminurie, die Formelemente des Harnes, die Harnmenge und das spezifische Gewicht, die Wassersucht, die Urámie, die Herzhypertrophie, die Yeránderungen der Zirkulation und des Augenhintergrundes, sowie auf den zeitlichen Verlauf und die Komplikationen der verschiedenen Nephritisformen. Zur genaueren Prüfung der pathologischen Nierenfunktion fehlten sowohl praktisch anwendbare Methoden, wie leitende Gesichtspunkte. Die Therapie war eine fast durchaus empirische, ihr Ausbau ist durch mehr oder weniger begríindete Yermutungen und oft vorgefaBte Meinungen geleitet worden. DaB sie in vielen Beziehungen sehr wertvolle Resultate erzielen konnte, soll keineswegs in Abrede gestellt werden. Doch fehlte ihr die Anlehnung an scharf erkannte Formen der pathologischen Funktionen. Heute ist diese Anlehnung bis zu einem gewissen Grade erreichbar. Sie hat zu einer zielbewuBteren Anwendung bewáhrter altér Methoden geführt, und aus ihr sind einige wertvolle Ergánzungen der Therapie hervorgegangen. Die neue Richtung der Nierenpathologie wird durch die eingehende Berücksichtigung der pathologischen Nierenfunktionen und ihrer Rückwirkung auf den Organismus gekennzeichnet1). Es hat sich herausgestellt, daB die Erkrankungen der Nieren funktionelle Veránderungen hervorbringen, die auBer der Albuminurie in drei Kategorien untergebracht werden können. Zunáchst kann die Sekretionsschwelle der Nieren eine Erhöhung erfahren. Diese Veránderung fülirt, je nachdem verschiedene Elemen te von ihr betroffen werden, einer seits zur Retention verschiedener Stoffe, andererseits aber zu einer veránderten Verteilung zwischen Harn, Blut und Gewebsflüssigkeiten dadurch, daB sie an Stelle der normalen Differenz zwischen der Sekretionsschwelle der Nieren und der der GefáBwánde eine abnorme setzt. Dann kann eine einfache quantitative Herabsetzung der Nierenfunktion zustande kommen, die man sich als die Folge einer Reduktion des Nierenfilters vorstellen kann. AuBerdem kommt es zu einer Abnahme der Variabilitát der Harnzusammensetzung, als Zeichen der Schádigung der noch funktionierenden und der bis zur oberen Grenze der Leistungsfáhigkeit gesteigerten Funktion sowohl der geschádigten als der für diese eintretenden ungeschádigten Nierenelemente. Je schwerer diese Schádigung ist, um so mehr geht die die Fáhigkeit der Nieren zur Bereitung eines Harnes verloren, dessen Zusammensetzung sich den zwischen weiten Grenzen wechselnden Bedürfnissen des Stoffwechsels anpaBt und deren molekulare Konzentration von der der Blutflüssigkeit verschieden ist. Daraus folgt, daB die physiologische Unabhángigkeit der Wasserdiurese von der Ausscheidung gelöster Stoffe mehr oder weniger verlorengeht. Anlehnend an die Anschauungen Dresers habe ich den gröBtmöglichen Unterschied zwischen der Konzentration des Harnes und der Körpersáfte als einen Ausdruck der Arbeitsfáhigkeit, dessen pathologische Abnahme als den einer Schwáche der Nierenelemente aufgefaBt und dieser Auffassung entsprechend mit dem Wort „Hyposthenurie" bezeichnet. Das Wort hat sich eingebürgert. Die Hyposthenurie kann eine totale sein und sich auf sámtliche Produkte der Nierentátigkeit erstrecken, wenn die Leistungs-