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Land und Leute
Kreta liegt zwischen Europa und Afrika, dem Libyschen und dem Ägäischen Meer. Hier entstand die erste europäische Zivilisation, die minoische Kultur - benannt nach dem sagenhaften König Minos, dem Sohn des Zeus und der Europa, der unser Erdteil seinen Namen verdankt. Hier kämpften wegen der strategisch sehr günstigen Lage der Insel im Mittelmeer Jahrtausende hindurch fremde Völker. Seit dem Untergang der minoischen Kultur (um 1100 v.Chr.) war Kreta ständig Ziel von Eroberern und hat Jahrhunderte hindurch Fremdherrschaften ertragen müssen. Aber die Insel war immer ein Hort der Freiheitsliebe. Der Widerstand gegen jede Art der Unterdrückung hat hier eine lange, ruhmreiche Tradition. Kreta, das seit 1913 zum griechischen Staatsverband gehört, hat auch im 20. Jahrhundert seine strategische Bedeutung nicht verloren. Davon zeugen das Geschehen während des Zweiten Weltkriegs auf der Insel und die Tatsache, daß Kreta heute ein wichtiger NATO-Stützpunkt ist.
Kreta ist heute aber auch ein Touristenstützpunkt mit von Jahr zu Jahr rapide zunehmenden Touristenzahlen. Glücklicherweise konzentrieren sich die modernen touristischen Einrichtungen noch an
relativ wenigen Stellen. Dort aber treten die kommerziellen Gesichtspunkte teilweise schon massiv in den Vordergrund; hat die berühmte Gastfreundschaft gelitten, sind die Preise hoch, viele Hotels Bettenburgen für Hunderte von Gästen.
Hauptbadeküste der Insel sind die 70 km zwischen Iräklion und Agios Nikolaos an der Nordküste. Dieser Küstenabschnitt nimmt den größten Teil der auf die Insel strömenden Touristenscharen auf. Aber auch die Südküste wird immer zugänglicher, jedes Jahr eine Bucht, ein Dorf mehr, die vom Tourismus „entdeckt" werden.
Muß man also auch Kreta nun unter die „verlorenen Paradiese" einreihen? Das wohl noch lange nicht. Hier gibt es immer noch genügend ruhige Orte, fast menschenleere Strände, verschwiegene Buchten, zwar abseits gelegen und schwerer zugänglich, dafür aber zauberhaft schön, eben griechisch, oder besser: kretisch.
Dieses andere Kreta findet man vor allem in seinem Westteil, der sich mit berühmten Sehenswürdigkeiten zwar nicht brüsten kann, dafür aber ein Dorado für Wanderer ist. Aber auch im Osten und an der Südküste findet man noch ruhige Ge-
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