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Im Vorwort zu meinem Buch über die deutsche Kriegszielpolitik im Ersten Weltkrieg, das 1961 unter dem Titel »Griff nach der Weltmacht« erschien habe ich darauf hingewiesen, daß im Rahmen des Themas die Vorkriegsentwicklung Deutschlands nur »in einigen Linien« gezeichnet werden konnte, »da eine erschöpfende Darstellung der deutschen Vorkriegspolitik ein weiteres Buch beanspruchen würde«. Dieses Budi lege idi hiermit vor.
Die darin gestellte Aufgabe erschien mir um so wichtiger, als in der Kontroverse, die durch mein Buch ausgelöst wurde, ein Teil der Fachkollegen, vor allem - mit wenigen Ausnahmen - die deutschen, ihr Augenmerk fast ausschließlich auf die ersten zwei Kapitel des Büches, die Vorkriegsent-widilung und die Julikrise, gerichtet haben. Insbesondere meinten einige Kritiker, zwisciien der deutsdien Politik vor und nadi Kriegsausbruch einen deutlichen Wandel konstatieren und die Aktionen Deutschlands im Ersten Weltkrieg nur als Reaktionen auf das Vorgehen der Ententemächte beschreiben zu können. Mit der Behauptung, »es gäbe kein deutsches Expansionsprogramm« (Andreas Hillgruber), hat man sich bemüht, das Thema »deutscher Imperialismus vor 1914« entweder ganz zu leugnen oder in einer Weise zu verengen, daß es allein zu einer Angelegenheit der »bösen« Alldeutschen wurde. Für Gerhard Ritter schrumpfte 1964 das Problem des deutschen Imperialismus in der Vorkriegszeit und sogar im Kriege zusammen auf »Wunschträume deutscher Patrioten«, eine These, von der sich selbst ähnlich argumentierende Historiker wie Hans Herzfeld absetzten.
1 2. Aufl. 1962, 3. überarbeitete Aufl. 1964, Sonderausgabe 1967; ferner eine amerikanisdie, englische, französische, italienische Ausgabe erschienen, eine japanische in Vorbereitung.
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