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DER KRIEG SMINISTER UND DAS CALLGIRL
Bericht der Londoner „Times" vom 10. Juli 1810:
„Als die beiden Verurteilten den St.-James-Markt er-reichten, wo man das Prangergerüst für sie errichtet hatte, waren ihre Gesichter unförmig angeschwollen von den Faustschlágen empörter Londoner Bürger, und ihr Aussehen war unter dem Kot, den man ihnen an die Köpfe geworfen hatte, kaum noch erkennbar. Unter dem wütenden Geschrei Tausender Zuschauer wurden sie auf das Prangergerüst geschleppt und dort angekettet Fünf-zig niedere Weiber des Volkes hatten die Erlaubnis er-halten, sich im Kreis um sie herumzustellen und sie mit toten Katzen, faulen Eiern, stinkenden Kartoffeln und anderem Unrat zu bewerfen, bis ihnen die Eimer leer wurden oder die Arme erlahmten * Dieser Lokalbericht von einer Anprangerung, wie sie im puritanischen England noch Brauch und an der Tagesordnung war, fufjte auf einem grogén Sittenskandal, der seinerzeit die bibelfesten Londoner aufgebracht hatte. Die beiden Angepran-gerten hatten dralle junge Mádchen vom Lande unter allerlei Versprechungen nach London gelockt, sie in der Kunst der Liebe unterrichtet und dann auf geheimen Orgien den Herren der „besseren" Gesellschaft und des Adels gegen hohes Ein-tríttsgeld zugeführt.
Bei aller Ausführlichkeit des „Times'-Berichtes vermiét man allerdings den Hinweis, ob die Herren der „besseren" Gesellschaft und des Adels, die bei den Orgien anwesend waren, ebenfalls an den Pranger gestellt wurden und gleichermafjen