Vorwort Ich habe Maud Pohlmeyer 1988 kennengelernt. Damals hatte sich die liebenswürdige áltere Dame bereits als Sammlerin und Ausstellungsmacherin, vor allém im Hamburger Museum für Völkerkunde, deren Ehrenkustodin" sie wurde, einen Namen gemacht. Auf Vermittlung von Dr. Rüdiger Vossen war Maud Pohlmeyer gleich bereit, auch in dem damals von mir geleiteten Hállisch-Fránkischen Museum" in Schwábisch Hall Ausstellungen zu realisieren: Weihnachtsbráuche in aller Welt, Ostereier-Osterbráuche, Krippen. In diesen Wochen schnellten die...
Vorwort Ich habe Maud Pohlmeyer 1988 kennengelernt. Damals hatte sich die liebenswürdige áltere Dame bereits als Sammlerin und Ausstellungsmacherin, vor allém im Hamburger Museum für Völkerkunde, deren Ehrenkustodin" sie wurde, einen Namen gemacht. Auf Vermittlung von Dr. Rüdiger Vossen war Maud Pohlmeyer gleich bereit, auch in dem damals von mir geleiteten Hállisch-Fránkischen Museum" in Schwábisch Hall Ausstellungen zu realisieren: Weihnachtsbráuche in aller Welt, Ostereier-Osterbráuche, Krippen. In diesen Wochen schnellten die Besucherzahlen zwischen den thematisch anspruchsvollen Ausstellungen des Museums in dem damals fiskalisch wohlhabenden, aber nicht gerade groften Schwábisch Hall nach oben. Und wie Maud Pohlmeyer ihre Ausstellung gestaltete: Vier Wochen vor der Eröffnung war sie vor Ort einquartiert. Und dann begann sie auszupacken, zuzuordnen und auf freundlich bestimmende Weise dem technischen Personal ihre Order zu geben, was an Material besorgt werden sollte: Palm- oder Fichtenzweige, Moos oder Frühlingsblüher. Und dann begann der Aufbau, Gruppé um Gruppé. Mit den Jahren hatte sie auch ein groftes Wissen gesammelt, das sie instand setzte, nach ihrem Wissen Authentizitát" in ihren Prásentationen walten zu lassen, anstatt nach einem Schema eigener Gewohnheiten. Auch auf die Zeitráume, wann, wo und wie lange eine Dekoration bei den unterschiedlichen Völkern aufgestellt werde, hatte sie interessiert und nach ihrer Kenntnis kenntlich gemacht. Fast stets verfügte sie über ihre Gewáhrsleute", die ihr aus aller Welt nicht nur die Objekte vermittelten, sondern auch Hintergründe und Zusammenhánge nach deren Vermögen mitteilen konnten. Nie hat Maud Pohlmeyer damals einen Hehl daraus gemacht, dass ihre Sammlungsobjekte aus der ,heutigen' Zeit stammten und keine Antiquitáten waren. Sie hat ihre Stücke bei Vertretern und Wahrern altén Handwerks" und der Traditionen erworben. In der Regei waren ihre Objekte nur ein paar Jahre oder Jahrzehnte alt oder wurden im Auftrag der Sammlerin hergestellt. Alléin, wenn Maud Pohlmeyer in den 1970er Jahren zu sammeln begann, náhern sich die Objekte durch den Fortgang der Zeit dem musealen Auge heute schon dem Status der Antiquitát. Aktuelle Völkerkunde" und Volkskunde" beinhalteten im Sinne von Weltkulturen" auch die Beobachtung der Wandlungen ín der Kultur und ihren Derivaten bis zur Gegenwart. Auch befördert durch die Erkenntnis, dass ebenso vermeintlich alte" Objekte aus stetem Wandel hervorgingen - statt einer früher gerne postulierten indigenen Dauertradition entstammen. Das Badische Landesmuseum Karlsruhe besitzt bekanntlich keineswegs nur Sammlungen mit dem regionalen Schwerpunkt Baden", sondern hat schon stets, nicht-
Termékadatok
Cím: Krippenwelten: aus der Sammlung Maud Pohlmeyer [antikvár]
Amennyiben az Ön által választott könyvesbolt neve mellett
1-5
szerepel, kérjük kattintson a bolt nevére, majd a megjelenő elérhetőségeken érdeklődjön a készletről és foglalja le a könyvet.