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Vorwort zur zweiten Auflage
Die hiermit vorliegende zweite Auflage dieses Buches zeigt gegenüber der ersten einen fast verdoppelten Umfang. Die Notwendigkeit hierzu ergab sich aus den Fortschritten der metallkundlichen Forschung innerhalb des letzten Jahrzehntes sowie aus der Tatsache, daß bei dem geringen Umfang der ersten Auflage die Darstellung vielfach so knapp sein mußte, daß die Verständlichkeit darunter litt.
Wesentlichen Einfluß auf die Neufassung hatte die rückhaltlose, aber positive und von mir dankend anerkannte Kritik, welche die Herren P. P. Ewald und 0. v. Auwers f geübt hatten. Insbesondere habe ich mir den Gedanken des letzteren zu eigen gemacht, daß der Titel des Buches keine einseitige Gliederung des Stoffes nach kristallchemischen Gesichtspunkten, sondern eine schärfere Herausstellung des physikalischen verlange. Das Buch wurde daher von Grund aus umgearbeitet und so — bei unveränderter Übernahme der Einteilung — auch eine knappere Fassung erreicht. Leider kommt mein Dank an diesen selbstlosen Kollegen zu spät.
Größere Ergänzungen haben fast alle Abschnitte erfahren, z. B. der über Atomradien. Neu ist das Kapitel über die Kossei-Stranskische Theorie der Kristallbildung, wodurch auch die Abschnitte „Einkristall" und „Vielkristall" beeinflußt wurden. Lamellenstruktur und Mosaikstruktur sind ausführlicher besprochen. Im Kapitel „Mischkristalle" sind die neueren Forschungen von Hume-Rothery und seiner Schule, die Rolle der Valenzelektronenkonzentration und der verschiedenen Einzelfaktoren berücksichtigt. Der Abschnitt „Deformation" ist im Hinblick auf die Rolle der Versetzungen und auch nach der technischen Seite hin erweitert worden; im magnetischen Teil wurde eine klarere Fassung angestrebt, der Korrosion ein eigener Abschnitt gewidmet und der kristallchemische Teil durch Auf- . nähme der neueren Ergebnisse wesentlich erweitert. Gleiches gilt für die